Ein kalter und außergewöhnlich schneereicher Januar liegt hinter uns, sind sich die Wetterdienste des Landes einig. Die Tiefdruckgebiete "Daisy" und "Keziban" hinterließen deutschlandweit eine geschlossene Schneedecke. Dies stellt den Wilnsdorfer Bauhof langsam vor Platzprobleme – wohin mit all dem Schnee auf den Wegen und Straßen?
„Wir haben große Mühe, die Fahrgassen auf den Straßen offen zu halten“, berichtet Roger Moritz, Leiter des Bauhofes. Drei gemeindeeigene Fahrzeuge und neun private Auftragnehmer sind mit Schneepflügen auf den Wilnsdorfer Straßen unterwegs. Wenn andere noch im warmen Bett liegen, sind die Männer und Frauen schon auf Achse, um für freie Fahrt zu sorgen. Das Ergebnis ihrer anstrengenden Arbeit türmt sich am Rande der Straßen in Form teils meterhoher Schneehänge. Aber irgendwann fehlt einfach der Platz für noch mehr weiße Winterpracht. Und Schneefräsen, mit denen man der Schneeberge Herr werden könnte, besitzt der Wilnsdorfer Bauhof leider nicht.
Bauhof muss notfalls Gehwege zuschieben
Besonders schwer trifft es Straßen mit Bus- und Schwerlastverkehr. Damit sich auch zwei große Brummis reibungslos begegnen können, müssen auf solchen Straßen breitere Fahrgassen schneefrei sein. Wenn es wie befürchtet weiter stark schneit, sieht Moritz nur eine Lösung und bittet zugleich um Verständnis: „Dann müssen vereinzelt auch Gehwege zugeschoben werden“. Natürlich müssten die Anwohner in diesem Fall die Gehwege nicht wieder mühsam freilegen. „Das wäre ja unzumutbar, in solchen Ausnahmefällen sind sie von ihrer Räumpflicht befreit“, so Moritz.
Weiterhin Streusalzmangel
Wie in den Salzlagern anderer Kommunen hat sich auch die Lage in Wilnsdorf nicht entspannt. „Heute ist zwar tatsächlich wie versprochen eine Lieferung Streusalz angekommen“, freut sich Moritz. Doch die wird erfahrungsgemäß nicht lange halten und dient vorrangig als Notreserve. Im Bereich des Autohofes und des Zubringers zur A 45 sorgt der Bauhof rund um die Uhr für freie Fahrbahnen. Darüber hinaus ist nur ein eingeschränkter Winterdienst möglich, vor allem Steigungen oder andere Gefahrstellen haben Priorität.
Falschparker behindert Winterdienst
Übrigens können die Bürger selbst zum Funktionieren des Winterdienstes beitragen. „Leider erleben wir vielerorts, dass Fahrbahnränder und Wendeanlagen trotz Halteverbot zugeparkt sind“, weist Moritz auf ein großes Problem hin. Dem Bauhof bleiben dann nur zeitaufwändiges Rangieren, was zu erheblichen Verzögerungen beim Einsatz sorgt, oder das Abschleppen der Fahrzeuge, wenn kein Vorankommen möglich ist. Daher die dringende Bitte des Bauhofleiters an alle Kfz-Besitzer, ihre Autos bei der angespannten Situation auf den Privatgrundstücken abzustellen und den öffentlichen Verkehrsraum freizuhalten.
Schwierigkeiten bei der Müllabfuhr
Erhebliche Probleme hat bei dieser Witterung auch die Müllabfuhr, berichtet Fritz Müller, Umweltbeauftragter der Gemeinde Wilnsdorf. Die Entsorgungsunternehmen sind nach besten Kräften bemüht, den Abfuhrplan einzuhalten, können jedoch je nach Straßenbedingungen in einzelnen Bereichen die Tonnen nicht entleeren. „Da sich solche Fälle in den letzten Tagen gehäuft haben und auch in den nächsten Tagen vorkommen können, ist eine zeitnahe Nachholung der Abfuhr kaum möglich“, so Müller. Die Gemeinde hat daher mit den Entsorgungsunternehmen vereinbart, dass zu der nächsten turnusmäßigen Abfuhr auch Abfallsäcke beigestellt werden können. Im Bedarfsfall können sich die Bürger entsprechende Säcke für die Restmüll- und die Biomüllabfuhr beim Bürgerbüro der Gemeinde abholen.