Nächster Schritt: Bauantrag
Die Planungen für den Neubau der Grundschule Wilnsdorf erreichen das nächste Stadium: der Gemeinderat gab in seiner Sitzung am 13. Januar den präsentierten Vorentwurf frei, so dass die Verwaltung nun den Antrag auf Baugenehmigung und die Ausschreibung der bauausführenden Arbeiten vorbereiten kann.
Der Vorentwurf für die dreizügige Grundschule samt Turnhalle wurde in den vergangenen Monaten immer wieder weiterentwickelt und verfeinert. U.a. wurden die Kapazität der Betreuungsräume und der Mensa erhöht, eine effizientere Heizung eingeplant und die mechanische Lüftung der Klassenräume ergänzt.
Auf Basis der vorliegenden Entwurfsplanung ist nun auch erstmals eine konkrete Kostenberechnung möglich, statt der bisherigen Schätzungen. Stand Januar geht die Verwaltung von Baukosten in Höhe von 22,9 Mio. Euro aus. In dieser Summe sind neben den Gebäudekosten auch die Kosten für das Herrichten des Geländes, die Außenanlagen und alle Nebenkosten enthalten. Um auf eine mögliche Baukostensteigerung reagieren zu können, wird im Haushaltsplan eine Kostenreserve von 9% eingestellt.
In der Ratssitzung wurde auch nochmal begründet, warum die Modernisierung der bestehenden Grundschule keine tragbare Alternative ist. Das Bestandsgebäude ist bereits heute zu klein, und weil das Grundstück keinen ausreichenden Anbau zulässt, würden sich die Platzprobleme in Zukunft noch verschärfen. Gleiches gilt für die hohe Verkehrsbelastung im Wohngebiet, die mit wachsenden Schülerzahlen steigen würde. Und insbesondere die Schülerinnen und Schüler wären durch die Umbauarbeiten enorm belastet, denn Baulärm, Schmutz und beengte Verhältnisse würden einen großen Teil ihrer Grundschulzeit prägen. Die Bestandssanierung bringt lediglich einen rein finanziellen Vorteil von geschätzt fünf Millionen Euro günstigeren Baukosten mit, die aber die großen pädagogischen, sozialen und infrastrukturellen Nachteile aus Sicht der Ratsmehrheit nicht aufwiegen konnten.
Ausführungsplanung legt Grundstein für erfolgreichen Bau
Als nächstes steht nun – neben der Beantragung der Baugenehmigung – die sogenannte Ausführungsplanung an. In dieser wichtigen Phase werden alle relevanten Informationen zusammengetragen, die für eine erfolgreiche Bauausführung notwendig sind. Damit sollen alle Baubeteiligten wie Tiefbauer, Maurer, Elektriker und Dachdecker ein möglichst genaues Bild davon bekommen, welche Leistungen in welchem Umfang zu erbringen sind. Die Ausführungsplanung schafft damit auch die Grundlage zur späteren Vergabe der Gewerke.
Dementsprechend zeitintensiv ist diese letzte, aber entscheidende Planungsphase. Im Dezember 2023 soll der Gemeinderat dann über den tatsächlichen Baubeginn beraten können.
Lernhaus im Grünen
Mit dem Neubau am Höhwäldchen wird ein modernes Lernhaus auf drei Etagen entstehen. Das Obergeschoss wartet mit einem intelligenten Raumkonzept für die Schülerinnen und Schüler auf: jeder Jahrgang ist dort in einer separaten Raumgruppe (sogenannte „Cluster“) untergebracht, in der drei Klassenzimmer, gemeinsame Team- und Differenzierungsräume und Toiletten liegen. Im Erdgeschoss sind neben Foyer, Lehrer-, Verwaltungs- und Mehrzweckräumen die OGS und die Mensa untergebracht. Aus dem Foyer heraus wird der Blick in die großzügige Turnhalle fallen können, die den größten Teil des Untergeschosses einnimmt. Sie ist von außen separat erreichbar, damit die Anlage samt Materialräumen und Umkleiden auch von Vereinen genutzt werden kann.