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Verwaltung gab Bericht zur Unterbringung von Flüchtlingen

In der gestrigen Sitzung des Sozialausschusses berichtete die Verwaltung über den aktuellen Sachstand der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen in der Gemeinde Wilnsdorf. Zu Mitte November werden der Gemeinde seit Jahresbeginn 316 Flüchtlinge zugewiesen worden sein, allein im Oktober kamen 74 Personen in der Kommune an, im September 58. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 nahm Wilnsdorf 47 Flüchtlinge auf.

Wieder abgeschoben wurden im Jahr 2015 9 Personen, 4 Menschen kehrten freiwillig zurück in ihr Herkunftsland. Insgesamt sind derzeit ca. 340 Flüchtlinge und Asylbewerber in der Gemeinde untergebracht.

Die meisten Asylsuchenden stammen aus Syrien (92 Personen), Albanien (58) und Afghanistan (30), wobei in den vergangenen Monaten kaum noch Zuweisungen aus den Balkanstaaten erfolgen. Daneben sind 33 weitere Herkunftsländer vertreten. Fast 70% der Flüchtlinge sind männlich, über ein Drittel ist noch minderjährig. An den Wilnsdorfer Schulen werden zurzeit 63 Flüchtlingskinder unterrichtet. 27 besuchen eine Grundschule (13 in Wilnsdorf, 14 in Rudersdorf). 33 Kinder gehen zur Hauptschule, ein Kind wird an der Realschule unterrichtet, zwei Kinder am Gymnasium beschult.

Bei der Unterbringung setzt die Gemeinde Wilnsdorf weiterhin auf dezentrale Lösungen. Mittlerweile werden zwölf gemeindeeigene Liegenschaften genutzt, darunter drei leerstehende Schulgebäude und zwei Bürgerräume. Zusätzlich konnten 22 private Wohnungen angemietet werden. Die für ein Jahr angemietete Eremitage wird derzeit ausgestattet und noch im laufenden Monat in die Belegung gehen. An dieser Stelle ergeht erneut der dringende Aufruf, doch freien Wohnraum in der Gemeinde für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung zu stellen. Da es derzeit nicht absehbar ist, wann sich die Zuweisungszahlen verringern werden, laufen weitere Planungen für die Verwirklichung von Unterkünften. Die Gemeinde ist verpflichtet, die ihnen zugewiesenen Personen aufzunehmen und ihnen ein „Dach über dem Kopf“ zu bieten.

Trotz des Landeszuschusses in Höhe von rund 1 Mio. Euro wird die Gemeinde Wilnsdorf im laufenden Jahr – nach derzeitiger Schätzung - rund 880.000 Euro für die Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden zuschießen müssen. In der Haushaltsplanung für 2015, die im Herbst 2014 mit den damals vorliegenden Prognosen arbeitete, war von Mehrkosten in Höhe von 697.000 Euro ausgegangen worden. Da sich die Erstattungsverfahren ändern, wird die Gemeinde Wilnsdorf für das Jahr 2016 nach derzeitiger Einschätzung eine annähernd kostendeckende Finanzierung aus Landes- und Bundesmitteln erhalten. Die tatsächliche Entwicklung der Finanzierung und der Flüchtlingszahlen bleibt jedoch abzuwarten.