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Vor Umwidmung zum Hospiz: Zwischennutzung der Eremitage für Flüchtlinge geplant

Die Gemeinde Wilnsdorf kann bis zu fünfzig Flüchtlinge im ehemaligen Klarissenkloster auf der Eremitage bei Niederdielfen unterbringen. Dies haben die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Siegen, das St. Marien-Krankenhaus und die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein zugesichert.

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Siegen beabsichtigt, gemeinsam mit dem St. Marien-Krankenhaus Siegen und der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein, das ehemalige Klarissenkloster auf der Eremitage zu einem Hospiz mit Geistlichem Zentrum umzuwidmen. Diesbezüglich laufen seit einigen Monaten entsprechende Planungen hinsichtlich Finanzierbarkeit und bautechnischer Machbarkeit. Diese werden nun durch die aktuelle Flüchtlingskrise berührt.

Der Mangel an geeignetem Wohnraum für Hilfe suchende Menschen in der bevorstehenden kalten Jahreszeit hat die Verantwortlichen veranlasst, schnell zu handeln und eine vorübergehende Nutzung des leer stehenden Gebäudes als Flüchtlingsunterkunft zu prüfen. Hierbei wurde eine Lösung gefunden, die es ermöglicht für zwölf Monate Flüchtlings- und Asylbewerberfamilien auf dem Gelände der Eremitage unterzubringen. „Die zukünftige Nutzung des Klarissenklosters als Hospiz begrüßen wir sehr. Mit einer solchen Einrichtung auf der historisch und religiös bedeutsamen Eremitage wird nach dem Wegzug der Klarissenschwestern ein neues bedeutsames Kapitel aufgeschlagen“, äußerte sich die Wilnsdorfer Bürgermeisterin Christa Schuppler zu dem Vorhaben. Positiv überrascht zeigte sie sich dann auch über die spontane Kooperationsbereitschaft der St. Marien-Gemeinde, des St. Marien-Krankenhauses und der Sozialstiftung hinsichtlich der Bewältigung der aktuellen Herausforderung: „Wir freuen uns aber auch sehr über die Bereitschaft der Verantwortlichen, angesichts der aktuellen enormen Herausforderung für unsere Gemeinde, dass für ein Jahr eine entsprechende Zwischennutzung für circa 50 Menschen ermöglicht wurde. Mit dieser Bereitschaft haben die Verantwortlichen ein erfreuliches Signal der Solidarität mit den Flüchtlingen und Asylbewerbern gesendet. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Pfarrer Wolfgang Winkelmann von der Siegener St.-Marien-Gemeinde: „Für uns ist es ein christliches Gebot der Stunde, mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der derzeit bedrückenden Situation zu helfen.“ Er kündigte an, dass das Gebäude des Klarissenklosters in den nächsten Wochen für eine derartige Zwischennutzung vorbereitet wird. Der Caritasverband Siegen-Wittgenstein wird dann eine Sozialbetreuung für die Flüchtlingsfamilien sicherstellen. Gleichzeitig bat er um Unterstützung aus der Bevölkerung: Für Sprachunterricht, Begleitung bei Behördengängen, Hausaufgabenbetreuung etc. werden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht (Kontakt für Interessierte: Ilse Zalewski, Tel.: 0271 / 23602-18).