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Flüchtlingsunterbringung auch in GS Obersdorf

Mehr als 180 Asylsuchende sind inzwischen in der Gemeinde Wilnsdorf untergebracht. Dies teilte die Verwaltung am vergangenen Donnerstag in der Ratssitzung mit. In dieser Woche werde mit zwölf weiteren Menschen gerechnet, ergänzte der Erste Beigeordnete Helmut Eich, zuständig für den Fachbereich Soziales. Die Mehrzahl der Flüchtlinge stammt aus Syrien, Irak und den Balkanstaaten.

Dezentrale Unterbringung bevorzugt

Die Verwaltung verfolgt weiterhin das Konzept der dezentralen Unterbringung: Statt auf eine große Gemeinschaftsunterkunft setzt man auf kleinere Lösungen in allen Ortsteilen. Da die regulären Unterkünfte für Asylbewerber ausgeschöpft sind, weicht die Kommune seit einigen Wochen auf leerstehende Schulgebäude oder Bürgerräume aus.

Die ehemalige Grundschule in Wilden ist mittlerweile voll belegt, das Schulgebäude in Anzhausen wird zurzeit hergerichtet, um dort in den nächsten Tagen weitere Flüchtlinge unterbringen zu können. Hier werden rund 50 Menschen ihren Platz finden. Als nächstes wird die ehemalige Grundschule in Obersdorf für die Ankunft von Flüchtlingen vorbereitet.

Blick in Grundschulgebäude Obersdorf möglich

Auch hier lädt die Verwaltung dazu ein, sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen: Am kommenden Dienstag, den 29. September, 18-20 Uhr, können Obersdorfer Bürgerinnen und Bürger einen Blick in die dann als Flüchtlingsunterkunft einzurichtende Schule werfen, Mitarbeiter aus dem Rathaus stehen für Informationen und Rückfragen bereit.

Darüber hinaus wird geprüft, welche weiteren gemeindlichen Gebäude für eine Umnutzung herangezogen werden könnten. Die Kommune könne sich ihrer Pflicht, die zugewiesenen Asylbewerber unterzubringen, nicht entziehen, erinnerte Helmut Eich.

Unterstützung durch weite Teile der Bevölkerung

Die Bemühungen der Verwaltung, den ankommenden Menschen zu helfen, würden dabei von wesentlichen Teilen der Bevölkerung unterstützt werden, so Eich. Den ehrenamtlich Aktiven vor Ort gebühre großer Dank und Anerkennung. Mit Sprachkursen, Kinderbetreuung oder Übersetzungstätigkeiten werde unersetzliche Hilfestellung geleistet, betonte der Erste Beigeordnete.

Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge stellt die Gemeinde Wilnsdorf nicht nur vor organisatorische Herausforderungen. Die steigende Zahl der Asylbewerber hinterlässt auch im kommunalen Haushalt Spuren. Zwar hat die Bundesregierung zusätzliche finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, doch wann und in welchem Umfang diese der Wilnsdorfer Gemeindekasse Entlastung bringt, ist nicht abzusehen. Zurzeit werde für das Jahr 2015 mit einer finanziellen Mehrbelastung in Höhe von 1,2 Mio. Euro gerechnet, so Eich.