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Nächster Schritt Integration

Geübte Routine herrscht im Wilnsdorfer Fachdienst für Soziales. Nach der Herausforderung, die die Ankunft der vielen Flüchtlinge im Jahr 2015 darstellte, setzt sich die 2016 eingekehrte Beruhigung auch im neuen Jahr fort.

In den ersten beiden Monaten wurden der Gemeinde fünfzig Asylsuchende zugewiesen. Damit steigt die Zahl der in Wilnsdorf lebenden Flüchtlinge auf 369, teilt Bürgermeisterin Christa Schuppler mit. In 128 Fällen wurde der Asylantrag bereits genehmigt, was den Geflüchteten erlaubt, nun auf eigenen Füßen zu stehen. 241 Personen leben aber weiter in der Obhut der Kommune.

„Wie unsere konkreten Aufgaben aussehen, ist abhängig vom aktuellen Aufenthaltsstatus der Asylsuchenden“, erklärt Petra Kraus, Mitarbeiterin des Fachdienstes für Soziales. Sobald sich ein Geflüchteter im Asylverfahren befindet, stehen ihm Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) zu. Gleiches gilt für Flüchtlinge, die „geduldet“ werden – deren Antrag auf Asyl zwar abgelehnt wurde, ihre Abschiebung aber aus rechtlichen oder anderen Gründen ausgesetzt ist.

In diesen Fällen kommt die Kommune für Unterkunft, Heizung und Hausrat auf. „Wir verbringen viel Zeit damit, Wohnungen zu suchen und auszustatten“, berichtet Kraus. Ferner erhält jeder Antragsteller monatlich einen festgesetzten Geldbetrag zur Deckung aller notwendigen persönlichen Ausgaben überwiesen und ein Taschengeld ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt aber nicht automatisch, sondern wird in allen Fällen manuell vom Fachdienst ausgelöst, das soll Missbrauch verhindern.

Auch wenn Klienten akut erkrankt sind oder Schmerzen haben, ist das Rathaus gefordert. Denn bevor sie einen Arzt aufsuchen können, müssen Asylsuchende eine Behandlungsgenehmigung einholen, so schreibt es das AsylbLG vor. Rund einhundert Mal geschieht das im Monat, ist aus der Statistik abzulesen.

„Wir betreuen die Asylsuchenden auch in ihren vier Wänden“, erzählt Kraus. Sie und ihre drei Kolleginnen sind wöchentlich in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften präsent, in denen insgesamt 188 Geflüchtete leben. Für die anderen Personen konnten private Wohnungen angemietet werden. Im direkten Kontakt mit den Geflüchteten sind die umfangreichen Sprachkenntnisse der Kolleginnen von Vorteil. Und Bürgermeisterin Christa Schuppler ergänzt: „Wir finden in allen Ortsteilen wichtige Unterstützung durch das Ehrenamt“. Die Integration der Flüchtlinge wäre ohne die freiwilligen Helfer nicht zu stemmen.

Das wird auch regelmäßig am Runden Tisch thematisiert, zu dem die Bürgermeisterin die Menschen einlädt, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. In der Runde geht es nicht nur um den Erfahrungstausch, sondern auch um Informationsvermittlung und Netzwerkpflege. „Es gibt schon viele gute Angebote, angefangen beim Jobcenter, der Agentur für Arbeit und dem neuen Integration Point des Jobcenters“, weiß Schuppler, „meine Aufgabe und die meiner Kolleginnen ist es, das Wissen darum in die Fläche zu bringen“. Und eine weitere Aufgabe ist noch offen: Der Rat hatte die Verwaltung beauftragt, ein Integrationskonzept zu erarbeiten. „Die Eckpunkte werden wir in Kürze vorstellen“, kündigt Schuppler an.