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30.06.2021

Richtlinie für die Vergabe gemeindlicher Baugrundstücke beschlossen

Familien mit Kindern bevorzugt! Nach dieser Prämisse will die Gemeinde Wilnsdorf künftig ihre Baugrundstücke vergeben. Eine entsprechende Richtlinie hat der Gemeinderat am vergangenen Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen.

Vergabe nach Punktesystem

Den Kern der neuen Richtlinie bildet ein Punktesystem, an dessen Feinjustierung während der Ratssitzung noch gedreht wurde. "Wir haben jetzt einen guten Kompromiss gefunden, von dem vor allem junge Familien profitieren werden", freute sich Bürgermeister Hannes Gieseler nach der Abstimmung.

Zur Anwendung wird die neue Richtlinie schon bei der Vergabe der 15 gemeindlichen Baugrundstücke im Flammersbacher Neubaugebiet "Auf dem Damm" kommen. Dessen Erschließung wird voraussichtlich im September beginnen, dann kann auch das Bewerbungsverfahren für die Bauplätze eröffnet werden.

Pluspunkte für Kinder

Grundsätzlich kann sich jeder um ein gemeindliches Baugrundstück bewerben, der mindestens 18 Jahre alt ist, das Grundstück mit einem Wohnhaus zur Eigennutzung bebauen möchte und keine Baulücke in der Gemeinde Wilnsdorf besitzt. Aber bestimmte Faktoren werden den Grundstücksinteressenten Pluspunkte einbringen: beispielsweise wenn es sich um Paare im Alter unter 40 Jahren handelt, im Haushalt ein oder mehrere Kinder leben, Wohnsitz oder Arbeitsplatz schon in der Gemeinde Wilnsdorf liegen oder der geplante Hausbau einem besonders energiesparenden Standard entsprechen wird. Dagegen gibt es Abzüge, sollten die Interessenten bereits Wohneigentum in der Gemeinde Wilnsdorf besitzen. Die Grundstücke werden dann in absteigender Reihenfolge der erreichten Punkte vergeben, bei Punktgleichheit wird das Los entscheiden.

Grundstücke werden zu Festpreisen veräußert

Mit dem Beschluss dieses Punktesystems ging die klare Entscheidung gegen einen Preiswettbewerb um die begehrten kommunalen Bauplätze einher. "Um gerade jungen Familien das Bauen und Leben in Wilnsdorf zu ermöglichen, werden wir die Grundstücke zu Festpreisen veräußern", erklärte Bürgermeister Gieseler. Mit den Einnahmen will die Gemeinde Wilnsdorf nur die Grundstücks- und Erschließungskosten refinanzieren, die sie im Vorfeld tragen musste. Und noch ein weiterer Aspekt war dem Bürgermeister wichtig: "Unsere begehrten Bauplätze dürfen keine Spekulationsobjekte werden". Daher wird in künftigen Verträgen an mehreren Stellen dafür Sorge getragen, dass auf den veräußerten Grundstücken auch wirklich zeitnah für den Eigenbedarf gebaut wird.

Die beschlossene Richtlinie kann auf dieser Website im Infokasten "Dokumente" eingesehen werden. Sobald das Bewerbungsverfahren für die gemeindlichen Grundstücke in Flammersbach starten kann, wird die Gemeinde Wilnsdorf darauf öffentlichkeitswirksam hinweisen.