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30.09.2021

Spatenstich gibt Startschuss für Bewerbungsverfahren

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Gemeinde Wilnsdorf am vergangenen Montag den Startschuss für die Erschließung des Neubaugebietes „Auf dem Damm“ gegeben. 29 Baugrundstücke entstehen am östlichen Rand von Flammersbach, davon fünfzehn in kommunaler Hand. Um diese Bauplätze können sich Interessierte ab 1. Oktober bewerben.


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Bürgermeister Hannes Gieseler sieht einen Wunsch vieler Wilnsdorferinnen und Wilnsdorfer in Erfüllung gehen. "Endlich können wir einen Teil der großen Baulandnachfrage in der Gemeinde Wilnsdorf decken", freut sich Gieseler und ergänzt: "Jeder neue Einwohner trägt dazu bei, dass die Zukunft unserer Gemeinde und ihrer Infrastruktur gesichert ist, angefangen von Kitas und Schulen über die Dorfgemeinschaftshäuser bis hin zu den Arbeits- und Ausbildungsplätzen in unseren Unternehmen".

Bis 2. November um Baugrundstück bewerben

Fast zehn Jahre ist der letzte Spatenstich für ein Neubaugebiet her, entsprechend lang ist die Warteliste für bebaubare Grundstücke in der Gemeinde Wilnsdorf, "wir führen über 200 Bewerber", berichtet Bau- und Umweltdezernent Martin Klöckner. Sie alle wurden in den vergangenen Tagen angeschrieben und auf die anstehende Bewerbungsmöglichkeit um ein Baugrundstück in Flammersbach hingewiesen. "Aber natürlich kann sich ab 1. Oktober jeder bewerben, der dort seine eigenen vier Wände errichten möchte", lädt Bürgermeister Gieseler ein. Ein entsprechendes Formular wird ab jenem Tag im Rathaus ausliegen und auf der gemeindlichen Website unter www.wilnsdorf.de/aufdemdamm zu finden sein.

Die fünfzehn gemeindlichen Baugrundstücke sind rund 500 m² groß, das kleinste hat eine Fläche von 414 m², das größte misst 636 m², führt Klöckner aus. Schon im Juni setzte der Wilnsdorfer Gemeinderat ein deutliches Signal, dass auf diesen Grundstücken vor allem junge Familien ein Zuhause finden sollen. Denn die profitieren besonders stark von der neu beschlossenen Vergaberichtlinie für die gemeindlichen Bauplätze und ihren Pluspunkten für bestimmte Faktoren: beispielsweise wenn es sich um Paare im Alter unter 40 Jahren handelt, im Haushalt ein oder mehrere Kinder leben, Wohnsitz oder Arbeitsplatz schon in der Gemeinde Wilnsdorf liegen oder der geplante Hausbau einem besonders energiesparenden Standard entsprechen wird. Dagegen gibt es Abzüge, sollten die Interessenten bereits Wohneigentum in der Gemeinde Wilnsdorf besitzen. Von der Bewerbung ganz ausgeschlossen sind Eigentümer von Baulücken. Die Grundstücke werden in absteigender Reihenfolge der erreichten Punkte vergeben, bei Punktgleichheit wird das Los entscheiden.

Gemeinde verzichtet auf gewinnbringenden Grundstückspreis

Und noch ein zweiter Punkt ist Bürgermeister Gieseler wichtig zu erwähnen: "Wir wollten nicht, dass die Grundstücke wie auf dem freien Immobilienmarkt im Bieterwettstreit veräußert werden, wo nur der finanziell Stärkste auf den Zuschlag hoffen kann". Deswegen beschloss der Gemeinderat Anfang September einen Festpreis von 150 Euro/ m² für die fünfzehn Bauplätze. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber wie Baudezernent Martin Klöckner betont: "Mit diesem Preis erzielt die Gemeinde keinen Gewinn, sondern deckt nur die Grundstücks- und Erschließungskosten, mit denen wir in Vorleistung gegangen sind".

Erstmals hatte die Gemeinde Wilnsdorf selbst Grundstücke angekauft, um die Realisierung des Neubaugebietes vorantreiben zu können. Die nötigen Finanzmittel wurden von der Politik mit breiter Mehrheit bereitgestellt. "Mit diesem mutigen Vorgehen nahmen wir den ursprünglichen Besitzern das Erschließungs- und Vermarktungsrisiko ab und eröffneten uns gleichzeitig die Chance, die Grundstücke jetzt mit einer Bauverpflichtung veräußern zu können", blicken Bürgermeister und Baudezernent gleichermaßen zufrieden zurück und wollen diese Strategie der Baulandentwicklung auch bei künftigen Baugebieten nutzen, "denn weitere Baulücken wollen wir unbedingt vermeiden".

Tiefbauliche Erschließung beginnt im Oktober

Apropos Erschließung: Die beginnt auch im Oktober, und mit der S-Bauland GmbH als Erschließungsträger hat die Gemeinde Wilnsdorf wieder einen erfahrenen Partner an ihrer Seite. S-Bauland-Geschäftsführer Frank Henk freut sich auf die Zusammenarbeit, "übrigens schon im 21. Jahr". In dieser Zeit seien viele Projekte realisiert worden, "und das Neubaugebiet hier in Flammersbach wird sicher wieder ebenso erfolgreich sein". Sparkassenvorstand Tillmann Reusch stimmt ihm zu: "Wer hier ein Zuhause findet, wird sich einfach nur wohlfühlen, angesichts der tollen Natur direkt vor der Haustür und gleichzeitiger Stadtnähe", ist Reusch überzeugt.

Die große Freude ist auch Flammersbachs Ortsvorsteher Karsten Helmes anzumerken. "Unser Ort hat lange auf diese Erweiterung gewartet", sagt Helmes, "jetzt bin ich guter Hoffnung, dass wir unseren zweiten Platz auf dem Treppchen verteidigen können", fügt er mit einem Schmunzeln hinzu, denn Flammersbach ist der nach Einwohnerzahlen zweitkleinste Ortsteil der Gemeinde Wilnsdorf. Paroli gibt’s direkt vom Rinsdorfer Frank Klein, dem Vorsitzenden des Wilnsdorfer Bau- und Umweltausschusses, der im gegenwärtig kleinsten Ortsteil der Gemeinde Wilnsdorf lebt, "wir sind euch dicht auf den Fersen". Etwas ernster gesprochen freut sich auch Klein über das Neubaugebiet in Flammersbach, "unsere Geduld hat sich bezahlt gemacht, und ich bin mir sicher, bis zum nächsten Spatenstich werden keine zehn Jahre vergehen".