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11.08.2021

Ein Mönch für den Landeskroner Weiher

Der Neubau einer Talbrücke, deren Pfeiler mitten in einem Weiher stehen, verlangt im Vorfeld besondere Überlegungen und Vorkehrungen – vor allem wenn es um die ökologischen Belange geht. Aber auch die Funktion des Gewässers als beliebtes Ausflugsziel muss bedacht werden. Die Autobahn GmbH - Niederlassung Westfalen - unternimmt dafür einiges.

Weiher darf nicht restlos trockenfallen

Zur Umsetzung der Baumaßnahme "Ersatzneubau der Talbrücke Landeskroner Weiher" muss die Autobahn Westfalen während der Bauzeit den Wasserspiegel des Weihers um etwa 3,5 Meter absenken, damit das zukünftige Baufeld trocken liegt. "Das ist insbesondere für den Sprengabbruch als auch für die Herstellung der neuen Brückenpfeiler unvermeidbar", erklärt die Teamleiterin im Konstruktiven Ingenieurbau in der Außenstelle Netphen, Katharina Erbismann.

Allerdings: Der Weiher darf nicht restlos trocken fallen. "Es gibt die Auflage der Naturschutzbehörde, dass aufgrund des Vorkommens der Wasserfledermaus unbedingt eine Restwasserfläche vorzuhalten ist", so Erbismann weiter. Bei der geplanten Absenkung des Weihers bleibt so von der ursprünglich etwa 13.500 Quadratmeter großen Wasserfläche eine Restwasserfläche von etwa 6000 Quadratmetern übrig.

Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der Autobahn GmbH

"Aufgrund von Sedimentmessungen im Weiher gehen wir davon aus, dass die Wassertiefe der Restfläche etwa ein bis eineinhalb Meter betragen wird, wahrscheinlich noch weniger aufgrund der vorhanden Schlammdicke", sagt Bernd Danzenbächer (Projektteam Planung in der Außenstelle Netphen). Um den Wasserstand der Restwasserfläche gewährleisten zu können, wird ein so genannter Mönch im Bereich des Dammes gebaut – ein Ablaufbauwerk, das dafür sorgt, dass niemals zu wenig Wasser im Weiher steht. "Da der Weiher nur über einen Grundablass und das alte Überlaufbauwerk verfügt, ist für die Sicherstellung des Neubaus dieses Ablaufbauwerk unbedingt notwendig", so Danzenbächer. Bauherr ist die Gemeinde Wilnsdorf als Eigentümerin des Weihers. Die Kosten trägt der Bund. Für die Planungen dieses Mönchs werden derzeit Erkundungsbohrungen durchgeführt. Die Arbeiten am Damm werden gutachterlich begleitet, um jegliche Gefahren wie beispielsweise die Schädigung des Dammes oder eine Hochwassergefahr auszuschließen.

Der Baubeginn für den Ersatzneubau der Talbrücke ist für Ende des Jahres terminiert. Zum Abbruch der aus zwei Teilen bestehenden Brücke sind Sprengungen vorgesehen. Die Vorbereitungen für die Sprengung der ersten Teilbrücke (Fahrtrichtung Dortmund) beginnen noch in diesem Jahr. Die erste eigentliche Sprengung könnte bereits Anfang 2022 stattfinden. Zunächst steht aber das so genannte "Leichtern" im Fokus. Dazu zählen beispielsweise Abbruch von Brückenkappen (der betonierte Rand der Brücke) und Kragarmen. Es werden Zuwegungsmöglichkeiten zu den Pfeilern geschaffen und unterhalb der Brücke entsteht das Fallbett – mehrere Meter hohe, lockere Erdaufschüttungen zur Aufpralldämpfung.

Hintergrund:
  • Der Neubau der Talbrücke Landeskroner Weiher wird etwa fünfeinhalb Jahre dauern
  • Nach der Fertigstellung wird der Landeskroner Weiher wieder aufgestaut und in den Uferbereichen werden unterschiedliche Bepflanzungen vorgenommen
  • Ein erster Sprung ins kühle Nass wird - wenn alles nach Plan läuft - im Laufe des Jahres 2027 wieder möglich sein.
Quelle: Pressemitteilung der Autobahn GmbH