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06.11.2020

Wilnsdorfer Rat hat sich konstituiert

Der im September neu gewählte Wilnsdorfer Gemeinderat ist gestern zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. Im Video gibt Bürgermeister Hannes Gieseler einen kurzen Rückblick.

Bürgermeister Hannes Gieseler blickt auf die konstituierende Sitzung des Rates zurück (MP4, 53,1 MB, 06.11.2020)

Details aus der Sitzung

Protokollgemäß eröffnete das lebensälteste Ratsmitglied die konstituierende Sitzung, und so oblag es Anne Bender anschließend auch, den neuen Bürgermeister im Amt zu vereidigen. In seiner Antrittsrede betonte Hannes Gieseler den Schulterschluss mit allen Ratsmitgliedern: "Die Bürgerinnen und Bürger haben uns gemeinsam den Auftrag erteilt, uns für unsere Gemeinde Wilnsdorf einzusetzen. Das heißt konkret, dass wir zusammen das Leben unserer Einwohnerinnen und Einwohner verbessern, die Gemeinde attraktiver und generell unsere Kommune voranbringen sollen und auch wollen".

Antrittsrede von Bürgermeister Hannes Giesler im vollen Wortlaut

Sehr geehrte Ratsvertreterinnen und Ratsvertreter,
liebe ehemaligen Ratsmitglieder,
sehr geehrte Gäste und Pressevertreter,

auf der letzten Ratssitzung habe ich noch auf der Seite der Ratsmitglieder gesessen, nun sitze ich auf der Seite der Verwaltung. Man könnte also auf die Idee kommen zu sagen ich hätte die Seiten gewechselt. Diese Aussage gefällt mir jedoch nicht, da diese Aussage suggeriert, es handele sich in diesem Saal um zwei gegensätzliche Seiten. Sie liebe Ratsmitglieder und ich sind gemeinsam gewählte Verantwortungsträger der Gemeinde Wilnsdorf. Die Bürgerinnen und Bürger haben uns gemeinsam den Auftrag erteilt, uns für unsere Gemeinde Wilnsdorf einzusetzen. Das heißt konkret, dass wir zusammen das Leben unserer Einwohnerinnen und Einwohner verbessern, die Gemeinde attraktiver und generell unsere Kommune voranbringen sollen und auch wollen.

Sie und ich haben einen Auftrag und wir werden diesen Auftrag gemeinsam wahrnehmen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen auch Dank sagen. Dank dafür, dass Sie sich bereit erklärt haben Ihr Können, Ihre Kraft und vor allem Ihre Zeit dem Wohle unserer Gemeinde und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu widmen. Ich sage das deshalb so ausdrücklich, weil es leider keine Selbstverständlichkeit ist. Es gibt immer weniger Menschen die bereits sind, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, ob im Chor, der Feuerwehr, dem Sportverein oder eben in der Politik. Und insbesondere in der Politik muss man ständig Rechenschaft über die getroffenen Entscheidungen ablegen. Dafür bekommen Sie leider nur selten Anerkennung, aber immer häufiger Kritik entgegengebracht. Und Kritik muss auch sein, aber leider ist sie vermehrt unsachlich, unnötiger weise persönlich und zum Teil auch einfach nur unfair.

Sie alle sitzen hier, weil Sie das Beste für Wilnsdorf wollen, egal welcher Fraktion Sie angehören. Keiner von Ihnen sitzt hier, weil er oder sie sich persönlich bereichern möchte, was bei der geringen Aufwandsentschädigung auch nicht möglich ist. Was das Beste für Wilnsdorf ist, darüber lässt sich durchaus streiten und das werden wir in der Sache auch tun. Aber trotzdem möchte ich mit Ihnen allen in den kommenden Jahren einen guten, höflichen und offenen Umgang pflegen.

Denn Respekt im Umgang miteinander ist die Grundlage für eine gute Politik und den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Denn wie man es nicht machen sollte, zeigen uns aktuell die vereinigten Staaten, wo mittlerweile ein tiefer Riss durch die Gesellschaft geht, der so schnell nicht mehr zu kitten ist, egal wer von den beiden Senioren die Wahl gewinnt.

Aber lassen Sie uns lieber den Blick wieder auf unsere Gemeinde Wilnsdorf lenken. Denn es gibt genug zu tun hier vor Ort. Wir haben viele Themen vor uns, die es zu bearbeiten gilt. Ob es die Bereiche Schaffung von Wohnraum, Vorantreiben des Klimaschutzes, Ausbau des Radwegenetzes, gezielte Gemeindeentwicklung, Weiterentwicklung unserer Gewerbegebiete, die Digitalisierung (z.B. in unseren Schulen), die Stärkung unserer Vereinsstrukturen oder vieles mehr.

Das größte Thema jedoch, welches uns alle aktuell beschäftigt ist wohl die Coronapandemie. Wir müssen es unbedingt schaffen, die Ausbreitung dieses Virus zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Denn das wovor uns Virologen seit dem Sommer gewarnt haben, tritt nun ein. Die Intensivstationen werden wieder voller und die Gefahr für viele Menschen größer. Zu unsere aller Schutz müssen wir die drastischen Einschränkungen aktuell ertragen. Was wir aber auch machen müssen, ist einen Plan zu entwickeln wie es danach weitergehen soll. Denn dieser Zustand kann und darf kein dauerhafter Zustand sein. Ganze Branchen wie z.B. die Gastronomie leiden enorm unter diesen Beschränkungen, aber auch unsere Vereine sind sehr stark betroffen. Vereine, die nicht aktiv werden können, verlieren Mitglieder und das darf uns als Gemeinde genauso wenig egal sein.

Und spätestens wenn es Anfang nächsten Jahres an die Haushaltsplanberatung geht, werden wir zu spüren bekommen, wie diese Pandemie auch Auswirkungen auf die Finanzen unserer Kommune haben wird. Ob und wenn welche Entscheidungen daraus folgen können, ist aktuell noch nicht absehbar. Aber damit werden wir uns befassen, sobald es soweit ist.

Jetzt bleibt mir erstmal Ihnen und uns allen für die kommenden Jahren ein glückliches Händchen zu wünschen, stets die notwendige Weisheit die Konsequenzen der zu treffenden Entscheidungen vollends überblicken zu können, die Bereitschaft auch mal Kompromisse einzugehen und die Gelassenheit den ein oder anderen Wortbeitrag einfach mal stehen zu lassen.

Auf eine gute Zusammenarbeit!


Neue Gesichter im Rat

Hannes Gieseler, vor seiner Wahl zum Bürgermeister schon viele Jahre im Rat aktiv, blickte nach seinem Umzug auf die Verwaltungsbank gestern in viele neue, aber nicht unbekannte Gesichter. Auf 15 der 34 Ratssitze gab es in Folge der Kommunalwahl einen Wechsel. Unter den neuen Repräsentanten sind aber viele, die sich zuvor schon als sogenannte Sachkundige Bürger in die Wilnsdorfer Kommunalpolitik eingebracht hatten.

Die neue Sitzverteilung im Rat gestaltet sich wie folgt: CDU 15 Sitze, SPD 10 Sitze, Wählergemeinschaft „Bürger für Wilnsdorf und FDP“ 5 Sitze, Bündnis90/ Die Grünen 3 Sitze, AfD einen Sitz.

Stellvertretende Bürgermeister und Ortsvorsteher gewählt

In ersten Amtshandlungen wählte der neue Rat die Stellvertreter des Bürgermeisters und die Ortsvorsteher der Gemeinde Wilnsdorf. Hannes Gieseler wird in seinen repräsentativen Aufgaben künftig von Klaus Grünebach (CDU) und Anne Bender (BfW/FDP) unterstützt.

Zu Ortsvorstehern wurden gewählt: Meinolf Buschmann (Anzhausen), Karsten Helmes (Flammersbach), Jürgen Keller (Gernsdorf), Olaf Withake (Niederdielfen), Michael Plügge (Oberdielfen), Gerhard Moos (Rinsdorf), Gregor Hartmann (Rudersdorf), Tina Dax (Wilden), Günter Richter (Wilgersdorf) und Klaus Grünebach (Wilnsdorf), die Wahl eines Ortsvorstehers für Obersdorf wurde vertagt.

Neuer Ausschuss geformt

Auch die Zuschnitte der beratenden Ausschüsse wurden gestern festgelegt, hier gibt es zwei Veränderungen: Um dem Thema Tourismus mehr Gewicht zu verleihen, wird ihm ein neuer Ausschuss gewidmet, zusammen mit den Bereichen Kultur und Sport. Im Gegenzug sind diese Themen aus dem Schulausschuss herausgelöst worden.