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04.12.2019

Im AWU steckt Wilnsdorfer Produktionskunst

Wilnsdorfer Produktionskunst rollt tagtäglich in Fahrzeugen von Audi, Mercedes, BMW oder Volkswagen über die Straßen. Klingt erstaunlich, "ist aber so", bestätigte Dr. Thomas Werle, geschäftsführender Gesellschafter von Meleghy Automotive GmbH & Co. KG, kürzlich seinen Gästen.

International erfolgreich, lokal engagiert

Das in Wilnsdorf ansässige Unternehmen ist erfolgreicher Zulieferer und Partner der internationalen Automobilindustrie, produziert auch für andere Branchen – Werle: "unsere Strukturbauteile sind beispielsweise in Schaltschränken des regionalen Unternehmens Rittal zu finden" – und ist im Arbeitskreis Wilnsdorfer Unternehmer (AWU) tätig, der sich nun schon seit über zwei Jahren für einen starken Wirtschaftsstandort Wilnsdorf engagiert. Im Zuge der gelebten Kooperation im AWU waren die mittlerweile 23 Mitglieder, darunter auch die Gemeinde Wilnsdorf, kürzlich zu einer Werksbesichtigung des mittelständischen, inhabergeführten Unternehmens eingeladen.

Wie Dr. Werle seinen interessierten Zuhörern erläuterte, liegt der Schwerpunkt von Meleghy Automotive auf der Herstellung von sicheren und qualitativ hochwertigen Pressteilen und ganzen Karosseriebaugruppen. In Wilnsdorf und an sechs weiteren Standorten arbeiten über 1.200 Menschen, in der Wielandgemeinde werden unter anderem Überrollbügel, Fahrwerkteile, Sitzkomponenten und vieles mehr aus Aluminium, Stahl und Edelstahl produziert. Großen Wert legt das Unternehmen auf Qualitätssicherung, wovon sich die Gäste in den Produktionshallen selbst überzeugen konnten. "Und wir bilden an unseren Produktionsstandorten selbst aus, um bestens qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu gewinnen", ergänzte Dr. Werle.

Von Zusammenarbeit im AWU profitiert

Kann ein Global Player wie die Unternehmensgruppe Meleghy International überhaupt von einer Zusammenarbeit mit anderen Wilnsdorfer Unternehmen profitieren? "Das haben wir schon", berichtete Dr. Werle von einer Kooperation mit dem Arbeitsschutzspezialisten Hugo Roth GmbH, den nur wenige hundert Meter Luftlinie von den Meleghy-Produktionshallen trennen. "Die Firma Hugo Roth half uns dabei, die Ausgaben für Arbeitsschutzhandschuhe erheblich zu reduzieren", erzählte Dr. Werle, "indem sie mit uns Produktionsprozesse analysierte und geeignetere Handschuhmodelle vorschlug, die deutlich geringeren Verschleiß erleiden und entsprechend seltener ersetzt werden müssen. Außerdem wurden elektronische Ausgabesysteme für diese Artikel installiert".

Wie AWU-Vorsitzender Timm Bendinger, Geschäftsführer der Firma Hugo Roth, in der vorvergangenen Woche im Wilnsdorfer Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr berichtete, sind Werksbesichtigungen wie diese weiter geplant. "Der Blick in andere Unternehmen ist nicht nur interessant, sondern lässt uns gemeinsame Herausforderungen erkennen, die wir im AWU zusammen lösen können, etwa in der Frage der Fachkräftegewinnung", berichtete Bendinger von erfolgreichen Projekten wie der Azubi-Map, die konkrete Angebote für Praktika oder Berufsfelderkundungstage auflistet und an den weiterführenden Schulen Wilnsdorfs verteilt wurde. Bürgermeisterin Christa Schuppler pflichtete ihm bei, dass gerade das AWU-Engagement in Sachen Ausbildung wertzuschätzen sei, "nicht nur als Antwort auf den Fachkräftemangel, sondern weil ich bei unseren Unternehmen stets dafür werbe, in der Ausbildung junger Menschen auch das Wahrnehmen einer gesellschaftlichen Aufgabe zu sehen". Abschließend kündigte Bendinger an, dass der "Tag der Unternehmen" Wiederholung finden wird. "Unsere Veranstaltung im Rahmen des Festwochenendes zum 50. Gemeindejubiläum stieß auf so tolle Resonanz, dass wir spätestens 2021 unsere Hallen wieder allen interessierten Besuchern öffnen wollen", plant Bendinger mit dem AWU.