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Inhalte des Wilnsdorfer IKEK

Die Entwicklung des Leitbildes für die gesamte Gemeinde Wilnsdorf erfolgte unter Berücksichtigung der grundsätzlichen Zielsetzungen Potenziale (noch) besser nutzen bzw. Defizite beseitigen.

Hierzu wurden 9 Kernsätze zur Zukunftsentwicklung der Gemeinde Wilnsdorf formuliert:

  • Die historischen Gebäude und Ortsstrukturen werden instandgehalten, ortbildprägende Bereiche werden durch Verbesserungen der Gestaltung und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum aufgewertet. Durch sorgfältigen Umgang mit der historischen Bausubstanz wird regionale Baukultur gepflegt und dem Leerstand vorgebeugt.
  • Der Erhalt der guten Grundversorgung, medizinischen Versorgung und der Bereitstellung bedarfsgerechter Mobilitätsformen werden in Wilnsdorf als dauerhafte Zukunftsaufgaben gesehen. Vor dem Hintergrund der sich ändernden Bevölkerungs- / Altersstruktur werden rechtzeitig Anpassungen vorbereitet bzw. unterstützt.
  • Die in Wilnsdorf vorhandene gute Ausstattung im Bereich der sozialen Infrastruktur und der Sport- / Freizeitinfrastruktur wird mit Blick auf den Erhalt der Attraktivität für Familien sowie die Anforderungen, die sich aus dem demographischen Wandel ergeben, aufrechterhalten und individuell in den Ortsteilen modernisiert/ausgebaut.
  • Als bedeutende Querschnittsaufgabe für die Bereiche Familienfreundlichkeit, Bildung, Wirtschaft, Versorgung, Mobilität, soziale Infrastruktur wird der Ausbau der digitalen Infrastruktur fortgesetzt sowie die Nutzung der breit gefächerten Potenziale, die sich aus der Digitalisierung ergeben, kontinuierlich weiterverfolgt.
  • Die Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft (Naturschutzgebiete, Bergbaugeschichte, Hauberge etc.) werden nochmals verstärkt zur (Weiter-) Entwicklung touristischer Angebote genutzt, um die Aufenthaltsdauer von Wanderern und Radwanderern zu verlängern sowie den Tagesausflugsverkehr auszubauen. Eng verknüpft mit diesem Ansatz ist die qualitative Verbesserung des Rad- und Wanderwegenetzes.
  • Die Aufenthaltsqualität in den Ortsmitten und öffentlichen Räumen wird weiter verbessert, um zeitgemäß ausgestatte und gestaltete Kommunikations-/Treffpunkte für die BürgerInnen sowie Aufenthalts-/ Informationsorte für Gäste in allen Ortsteilen zu erhalten bzw. zu schaffen.
  • Die in allen Ortsteilen vorhandenen Gemeinschaftseinrichtungen werden bedarfsgerecht weiterentwickelt und den Ansprüchen verschiedener Generationen und Nutzergruppen entsprechend angepasst. Die multifunktionale Nutzbarkeit wird so ausgelegt, dass bürgerschaftliches Engagement, sozialer Austausch, Zusammenkünfte etc. für alle BürgerInnen niedrigschwellig und auch ohne Vereinszugehörigkeit möglich sind. Parallel wird die ortsteilübergreifende Kommunikation und Koordination der Nutzungsmöglichkeiten verbessert.
  • Die Verkehrsbelastungen werden wo möglich gesenkt (Umgehungen) und Gefahrenpunkte beseitigt, das Straßennetz wird grundlegend ertüchtigt, Rad- und Fußwegeverbindungen werden ergänzt bzw. besser ausgebaut, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum umgesetzt und ergänzende Mobilitätsangebote entwickelt.
  • Da in den Ortsteilen Wilnsdorfs anhaltende Nachfrage nach Gewerbeflächen, Wohnbauland und bedarfsgerechten Wohnungen zu verzeichnen ist, werden die Grundvoraussetzungen (Gewerbeflächen-, Baulandangebot) für eine positive Zukunftsentwicklung gesichert. Umnutzungs- und Innenentwicklungspotenziale wie auch die Belange des Klimaschutzes finden dabei ausdrücklich Berücksichtigung.

Es wurden dann 5 Handlungsfelder und 17 Entwicklungsziele herausgearbeitet und definiert:

  • Handlungsfeld 1: Ortskerngestaltung und Gemeinschaftseinrichtungen
    • Ziel 1.1: Entwicklung / Ausbau von Dorfplätzen zu Treffpunkten / Veranstaltungsflächen
    • Ziel 1.2: Gestaltung / Aufwertung von Ortseingängen, Grünanlagen und Plätzen an öffentlichen Gebäuden
    • Ziel 1.3: Aufwertung, Gestaltung des Ortsbildes und Beseitigung / Vermeidung von Missständen (ortsbildprägende Gebäude / Mauern, Leerstand etc.)
    • Ziel 1.4: Sanierung, Modernisierung und Verbesserung der Ausstattung von Gemeinschaftsein-richtungen (Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser etc.)
  • Handlungsfeld 2: Sicherung und zukunftsfähige Gestaltung der städtebaulichen Entwicklung
    • Ziel 2.1: Sicherung eines nachfrage- und bedarfsgerechten Gewerbeflächen-, Siedlungsflächen- und Wohnungsangebotes unter Ausnutzung der Umnutzungs- und Innenentwicklungspotenziale
    • Ziel 2.2: Beseitigung städtebaulicher und landschaftlicher Missstände und Entwicklungshemmnisse
    • Ziel 2.3: Verstärkte Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Klimaschutz
  • Handlungsfeld 3: Mobilität und Versorgung
    • Ziel 3.1: Instandsetzung/Ausbau/Qualifizierung von Straßen, Rad- und Fußwegen
    • Ziel 3.2: Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verbesserung der Barrierefreiheit
    • Ziel 3.3: Bedarfsgerechte Erweiterung des Mobilitätsangebotes sowie mobiler Versorgungsangebote
    • Ziel 3.4: Optimierung der Breitband-, WLAN-und Mobilfunk-Versorgung
  • Handlungsfeld 4: Soziale Infrastruktur und Freizeitangebot
    • Ziel 4.1: Bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Angebotes an Kindergartenplätzen und Kinder-betreuung
    • Ziel 4.2: Aufwertung, Neugestaltung von Spielplätzen und / oder Mehrgenerationenplätzen
    • Ziel 4.3: Neueinrichtung / Instandsetzung von Freizeit- und Sportanlagen, schwerpunktmäßig für Kinder / Jugendliche
    • Ziel 4.4: Entwicklung von Unterstützungs- und Betreuungsangeboten für Senioren, Flüchtlinge und Bedürftige
  • Handlungsfeld 5: Natur-/Kulturlandschaftserlebnis und Tourismus
    • Ziel 5.1: Ausbau/Weiterentwicklung von Rad-/Wanderrouten, Themenwegen sowie Lehrpfaden und Informationsstationen
    • Ziel 5.2: Ausbau touristischer Infrastruktur

Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse des Planungsprozesses mit der Entwicklung des Leitbildes, der Darstellung von Handlungsschwerpunkten sowie der Formulierung von Entwicklungszielen erfolgte sodann die Bewertung von Projekten im Hinblick auf Leitprojekte (Projekte von besonderer Bedeutung) sowie Startprojekte (absehbar umsetzungsreife Projekte) sowie weitere Projekte und Hinweise zu Handlungsbedarfen.

Im Rahmen des IKEK-Prozesses wurden von überwiegend bürgerschaftlich getragenen Projektträgern und auch von der Gemeinde Projektskizzen für insgesamt 19 konkrete Projekte entwickelt. Hiervon wurden 11 Leitprojekte, 3 Startprojekte und 5 weitere Projekte eingestuft. Hinzu kamen 5 weitere besondere bereits laufende Projekte/Maßnahmen.

Das IKEK Wilnsdorf ist im Übrigen unter Berücksichtigung der erarbeiteten Kernsätze, Handlungsfelder und Entwicklungsziele offen für die weitere Ausgestaltung durch Projekte.