Kompromiss für Feuerwehrgerätehäuser gefunden
Einen Kompromissvorschlag hat Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler in die aufkommende Diskussion um die geplanten neuen Feuerwehrgerätehäuser für die Löschgruppen Anzhausen, Flammersbach und Wilgersdorf eingebracht. Deren Baukostenschätzungen hatten sich als zu niedrig erwiesen, weswegen die Ratsmitglieder heute zu einer neuen Entscheidung aufgefordert waren.
Der mehrheitliche Beschluss: An dem neuen, gemeinsamen Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Anzhausen und Flammersbach wird festgehalten, aber das bestehende Gebäude in Wilgersdorf soll modernisiert und erweitert werden.
Bürgermeister Hannes Gieseler erklärt den gestern vereinbarten Kompromiss (MP4, 17.3 MB)
Neuer Vorschlag spart 1,8 Mio. Euro Baukosten in Wilgersdorf
Die Grundlage für die zweite Entscheidung schuf die Verwaltung mit einer entsprechenden Ergänzungsvorlage, in der die Sanierung des Wilgersdorfer Feuerwehrgerätehauses samt Verbesserung der Ausfahrts-, Park- und Verkehrssituation vorgeschlagen wird (s. Infokasten "Dokumente").
"Mir war es wichtig, dass der Vorschlag nicht zu Lasten der Einsatzkräfte geht", stellte Bürgermeister Gieseler zu Beginn der Diskussion in der heutigen Ratssitzung klar, "der Handlungsbedarf ist und bleibt unbestritten".
Zwei Hauptmängel müssen in Wilgersdorf abgestellt werden: Weil die Fahrzeuge im Laufe der Zeit immer größer wurden, fehlt es mittlerweile an Platz in der Fahrzeughalle, stellenweise werden Sicherheitsabstände unterschritten; und Platz fehlt auch in Umkleide- und Sanitärräumen, an eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung von Einsatz- und Privatkleidung ist nicht zu denken. Diese Mängel könnten mit einer Aufstockung des Gebäudes und Umbauten im Bestand beseitigt werden, die Kosten dafür wurden im Juni auf ca. 345.000 Euro geschätzt. "Dem stand damals eine Kostenschätzung von 950.000 Euro für einen kompletten Neubau mit wirklich optimalen Bedingungen innen und außen gegenüber", erinnerte Gieseler auch an die schwierige Parkplatz- und Rangiersituation am alten Standort, "all das zusammen hatte den Rat dazu bewogen, sich für den Neubau am neuen Standort auszusprechen".
Die jetzt erfolgte Neukalkulation der Baukosten warf ein neues Licht auf die mögliche Ertüchtigung des bestehenden Gebäudes, nun stehen den geplanten Umbaukosten in Höhe von 345.000 Euro Neubaukosten in Höhe von 2,1 bis 2,4 Mio. Euro gegenüber. Daher hatte der Bürgermeister im Vorfeld der Sitzung darauf gedrängt, die Sanierung des Gebäudes nochmal ernsthaft in Erwägung zu ziehen und auch Lösungen für die Platzprobleme im Außenbereich zu finden. Letztere liefert die Ergänzungsvorlage gleich mit: Durch bauliche Veränderungen in der Fahrzeughalle und eine neue Dachkonstruktion könnte ein breiteres Tor eingesetzt werden, das das Aus- und Einfahren der Fahrzeuge erheblich erleichtern würde.
Die Park- und Verkehrssituation könnte mit zwei neu anzulegenden Parkplätzen an der Kreisstraße, der Nutzung bestehender Parkflächen in direkter Nachbarschaft des Feuerwehrgerätehauses und einer veränderten Verkehrsführung entschärft werden. Zusammen mit weiteren kleineren Baumaßnahmen würde die Ertüchtigung des Gebäudes rund 570.000 Euro kosten, "etwa ein Viertel der korrigierten Baukostenschätzung für einen Neubau", fasste Gieseler zusammen. Der Argumentation für die kostengünstigere Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses am alten Standort schloss sich die Mehrheit der Ratsmitglieder an.
Gemeinsames Feuerwehrgerätehaus für Anzhausen und Flammersbach wird weiter beplant
Der Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für Anzhausen und Flammersbach soll hingegen weiter verfolgt werden. Hier waren die Baukosten ursprünglich mit 1,1 Mio. Euro beziffert worden, versehentlich blieben dabei aber einige Kostengruppen unberücksichtigt, etwa die Gebäudetechnik. Die Neukalkulation geht nun von 2,6 Mio. Euro aus, auch unter Berücksichtigung mittlerweile gestiegener Baupreise.
Als Alternative stünden ein unvermeidbarer Neubau in Flammersbach und die Sanierung des Anzhäuser Feuerwehrgerätehauses gegenüber, mit Gesamtkosten in Höhe von 2,2 bis 2,5 Mio. Euro, "und gegen den ausdrücklichen Wunsch beider Löschgruppen, in Zukunft zu einer Einheit verschmelzen zu wollen", erinnerte Gieseler. Den geschätzten Mehraufwand in Höhe von etwa 100.000 bis 400.000 Euro nahm der Rat mehrheitlich in Kauf und sprach dem Neubau zwei weitere Zusatzfunktionen zu: ein zentrales Alarmgerätelager und einen zentralen Tauschbereich für die Einsatzkleidung. Mit einem Prüfauftrag wurde die Option auf eine zentrale Waschhalle versehen.