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18.10.2019

Bürgermeisterin Schuppler zieht Zehn-Jahres-Bilanz

Am 21. Oktober 2009 trat Christa Schuppler offiziell das Amt der Bürgermeisterin der Gemeinde Wilnsdorf an. Den anstehenden "Jahrestag" nahm sie zum Anlass, die vergangenen zehn Jahre Revue passieren zu lassen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

"Als ich vor zehn Jahren angetreten bin, hatte ich zwei Hauptanliegen: die guten Strukturen, die in der Gemeinde Wilnsdorf vorhanden sind, zu erhalten und das Engagement der Wilnsdorfer zu fördern, ihnen mehr Möglichkeiten zu bieten, sich an der Entwicklung ihrer Gemeinde Wilnsdorf zu beteiligen", blickt Christa Schuppler auf ihre Anfänge im Rathaus zurück.

Gerade den ersten Punkt erfolgreich umzusetzen, war vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage nicht einfach, sagt sie heute. "Ich glaube, vielen war der Ernst der Lage gar nicht bewusst". Dennoch ist es ihr und dem Gemeinderat in den vergangenen zehn Jahren gelungen, die Gemeinde Wilnsdorf finanziell wieder auf stabilere Füße zu stellen. "Wir haben den zwingend vorgeschriebenen Haushaltsausgleich 2022 fest im Blick und werden ihn nach heutiger Planung auch erreichen", ist sich die Bürgermeisterin sicher. Dazu waren auch unangenehme Maßnahmen nötig, aber die Wilnsdorfer haben das verstanden und mitgetragen, "vielleicht auch weil ich von Beginn an mit offenen Karten gespielt habe", erinnert sie an ihre erste schwierige Entscheidung: "Mit der Verhängung der Haushaltssperre wenige Wochen nach meinem Amtsantritt habe ich mir in Rat und Verwaltung nicht nur Freunde gemacht, und trotzdem war es der einzig richtige, verantwortungsvolle Schritt". 

Tragfähige Infrastruktur

Heute ist sie stolz darauf, dass sie gemeinsam mit Rat und Bürgerschaft trotz der folgenden Haushaltsdisziplin die Infrastruktur der Gemeinde Wilnsdorf in den Maßen, in denen sie benötigt wird, erhalten und bewahren konnte. Wilnsdorf ist eine sichere und familienfreundliche Kommune, bietet gute Arbeits-, Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten, sorgt für tolle Freizeit- und Kulturangebote. "Und wenn wir 2022 wieder mehr finanzielle Beinfreiheit haben, werde ich an den Punkten ansetzen können, wo Mehrbedarf gedeckt werden muss", kündigt die Bürgermeisterin an.

Einige Themen hat Christa Schuppler in den vergangenen Jahren besonders intensiv gestaltet, wie sie erläutert:

Feuerwehr

Unsere Feuerwehr ist gut ausgerüstet, unsere Fahrzeuge, Technik, Ausrüstung sind auf sehr gutem Stand, wir haben sehr gute ausgebildete Feuerwehr-Frauen und Männer, die hochmotiviert sind – darauf bin ich stolz! Um die Feuerwehrbelange kümmere ich mich persönlich - gemeinsam mit dem Leiter der Feuerwehr, Christian Rogalski, und seinen beiden Stellvertretern. Feuerwehr ist quasi Chefsache. Als ein von mir beauftragtes Gutachten deutlichen Platzmangel in den Feuerwehrgerätehäusern unserer Löschgruppen attestiert hat, habe ich umgehend begonnen mit der Wehrführung an Lösungen zu arbeiten. In manchen Gebäuden konnten wir schon mit Umbauarbeiten für mehr Platz sorgen, wie in Niederdielfen geschehen. Bei anderen Häusern, z.B. Oberdielfen oder Rinsdorf, waren etwas umfangreichere Arbeiten nötig, die zurzeit noch laufen. Die Verbesserung weiterer Feuerwehrgerätehäuser ist bereits in Planung, Stück für Stück sorgen wir dafür, dass die Kameradinnen und Kameraden das Umfeld haben, das sie brauchen und verdienen. Sie setzen sich Tag für Tag für unsere Sicherheit ein, weswegen es mir ein besonderes Anliegen ist, mich mit meiner Tatkraft für ihre Rahmenbedingungen einzusetzen.

Betreuungsangebote/ Schulen

Als ich angetreten bin, steckte die Ganztags- und die Ferienbetreuung für Grundschulkinder noch in den Kinderschuhen. Inzwischen bieten wir in allen Grundschulen den offenen Ganztag und verlässliche Halbtagsbetreuung an, in allen Ferien gibt es Betreuungsangebote. Mit der Flexibetreuung haben wir erst kürzlich ein neues Angebot ins Leben gerufen, das noch besser zur Lebenswirklichkeit berufstätiger Eltern passt. 

Wir verfügen in unserer Gemeinde über 3 weiterführende Schulen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Es war und ist mir weiterhin ein Anliegen, alle Schulabschlüsse in der Gemeinde Wilnsdorf anzubieten.

 
Digitalisierung

Schnelles Internet ist fast überall. Wir sind schon gut versorgt, nutzen aber alle Möglichkeiten, um die Versorgung weiter zu verbessern. Zuletzt ist es uns gelungen, in ein Bundesförderprogramm unsere Industriegebiete mit einzubeziehen, dort sind deutliche Verbesserungen umgesetzt worden. Parallel arbeiten wir an einer Qualifizierung der Möglichkeiten in unseren Schulen.

 
Wirtschaft

Mir war es wichtig, einen direkten Draht in unsere Unternehmen zu bekommen, um auch deren Probleme besser wahrnehmen und lösen zu können. Denn eine stabile, profitable Wirtschaftslage kommt der Gemeinde und ihren Bürgern direkt zugute, mit guten Gewerbesteuerzahlungen und einem großen Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Seit 2017 gibt es für diesen Erfahrungsaustausch den Arbeitskreis Wilnsdorfer Unternehmer, dessen Gründung ich gemeinsam mit Klaus Gayko unterstützen konnte.

Und unter dem Stichwort möchte ich auch die Ausbildungsmesse SüdSiegerland nennen, die die Gemeinden Wilnsdorf, Neunkirchen und Burbach zusammen mit einigen Unternehmen ins Leben gerufen haben. Denn Stärkung der Wirtschaft bedeutet auch, sie bei der Suche nach Fachkräften zu unterstützen. Eine Möglichkeit zu schaffen, dass die Unternehmen Auszubildende aus unseren Schulen, aus unseren Gemeinden gewinnen können, ist da nur die logische Konsequenz, die wir mit toller Resonanz umgesetzt haben und weiter umsetzen.

 

Einzelhandel

Alles Notwendige für den Alltag vor Ort kaufen zu können, ist unseren Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Das hat auch die IHK-Studie zum Wilnsdorfer Einzelhandel gezeigt, deren positiven Ergebnisse wir am Jahresanfang vorstellen konnten. Deswegen habe ich mich, als der Aldi in Rudersdorf schließen musste, direkt nach einem Nachfolger umgesehen und – mit Unterstützung und einigem Verhandlungsgeschick vor allem leise, hinter den Kulissen – Penny nach Rudersdorf holen können. 

Unser Einzelhandel ist insgesamt gut etabliert, trotz des allgemein negativen Trends haben wir keine Leerstände. In Wilnsdorf bekommt man (fast) alles, was man braucht!! Die Menschen kaufen gerne hier ein.

 

Klimaschutz

Hier wollte ich nicht nur an die Verantwortung anderer appellieren, sondern die Verwaltung als gutes Beispiel vorangehen lassen und auf das hinweisen, was wir selbst jetzt schon tun können. Manches sind Kleinigkeiten, wie die ausschließliche Verwendung von Recyclingpapier oder dem Einkauf von Ökostrom. Daneben gab es viele größere Maßnahmen, wie den Einbau von umweltschonenderen Heizungen, wo alte ausgetauscht werden mussten, auch ein BHKW im Schulzentrum Niederdielfen ist dabei gewesen und auf der Kläranlage. Dort wo es möglich ist, bauen wir Photovoltaikanlagen auf unsere Dächer. Daneben haben wir die Informations- und Beratungsmöglichkeiten für unsere Bürger ausgebaut: es wurde eine Klimaschutzmanagerin eingestellt, wir bieten regelmäßige Beratungstermine an und unterstützen die Industrie im ressourcenschonenden Handeln, z.B. mit dem Programm Ökoprofit. Wir verpflichten uns mit einem Klimaschutzkonzept und ganz konkret festgelegten Maßnahmen selbst. Im letzten Gemeinderat konnte ich die Politik mitnehmen, die aktuell noch geförderte Stelle der Klimaschutzmanagerin über den Förderzeitraum hinaus zu erhalten. 

 

Flüchtlingszuweisungen 2014/2015

Uns wurden in relativ kurzer Zeit viele geflüchtete Menschen zugewiesen, das waren in 2014/15 465 Menschen. Wir konnten alle gut aufnehmen und ordentlich unter bringen . Das ist uns gelungen, ohne dass wir Turnhallen oder Bürgerhäuser dafür belegen mussten, das war mir wichtig. Bei diesem Thema hat mir ganz klar die Erfahrung aus früherer Tätigkeit geholfen. Meine Strategie, die Menschen in alle 11 Dörfer zu verteilen und keine Großunterkünfte zu schaffen, wie einige gefordert hatten, hat sich als richtig erwiesen. Damit haben wir gute Voraussetzungen für Integration geschaffen. Es war beeindruckend, zu sehen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich in den Dörfern um die Geflüchteten gekümmert haben. Das berührt mich nach wie vor sehr. Hauptamtlich hätten wir das – nebenbei gesagt – auch nie alleine schaffen können. Jetzt steht die Integrationsarbeit im Vordergrund, dieser widmen sich meine Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit den Ehrenamtlichen.

 

Sport

In der Gemeinde Wilnsdorf gibt es 6 moderne Sportanlagen, weitere Fußballplätze, Bolzplätze, drei Tennisanlagen, ein Skaterpark, Sport- und Mehrzweckhallen - damit kann Sport in der Gemeinde Wilnsdorf groß geschrieben werden. Nachdem ich die letzten Kunstrasenplätze zu Beginn meiner Arbeit hier einweihen durfte, haben wir mittlerweile bereits 2 Anlagen gemeinsam mit den Vereinen erneuert. Diese gute Zusammenarbeit zieht sich durch alle Vereine, es macht Spaß gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten und es am Ende dann auch zu erreichen. 

 

Kultur

Auch unsere Kulturstätten und Aktivitäten haben in den letzten 10 Jahren meine große Aufmerksamkeit benötigt, immerhin gilt es auch hier Gebäude und Inhalte in die Zukunft zu führen. Für mich war beispielsweise immer klar, dass wir trotz des Spardiktats unsere Theater- und Konzertreihe fortführen müssen, da habe ich mich persönlich auf die Suche nach Sponsoren gemacht, und so konnten wir im vergangenen Jahr 40 Jahre Theater in Wilnsdorf feiern. Mit diesem Unterhaltungsangebot, aber auch mit unserem Museum,  Bibliothek, Musikschule, Jugendkunstschule, Ausstellungen und vielem mehr bieten wir den Menschen hier ein buntes Programm. Es macht Spaß, mit den Verantwortlichen auch immer wieder neue Ideen zu entwickeln und diese dann umzusetzen. Die positiven Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger haben uns da immer wieder beflügelt und ermuntert, unser Repertoire weiter auszubauen. Bestes Beispiel war z.B. unser Jubiläumswochenende, wo sich viele der genannten Bereiche wieder fanden. Ein toller Erfolg!

 

Bürgerbeteiligung gestärkt

Das Versprechen, die Bürger mehr zu beteiligen, hat Bürgermeisterin Christa Schuppler gerade in den vergangenen Jahren in starkem Maß einlösen können. Sei es beim kommunalen Entwicklungskonzept, das die zukünftige Entwicklung der Gemeinde Wilnsdorf beschreibt, oder beim Radverkehrskonzept, mit dem die Gemeinde Wilnsdorf umweltschonende und nachhaltige Mobilität fördern will – bei diesen zukunftsweisenden Ideensammlungen konnten sich die Bürger direkt oder online einbringen, und wie Christa Schuppler betont "sind die Anregungen  nicht in der Schublade verschwunden, sondern dienen der Kommunalpolitik auch wirklich als beschlossene Handlungsleitfaden". Die Bürgermeisterin ergänzt: "Die Anregungen setzen wir auch gegenwärtig schon um: zum Beispiel werden zurzeit Mängel in den Dorfgemeinschaftshäusern beseitigt, die uns im Rahmen des IKEK-Prozesses gemeldet wurden, außerdem planen wir neue Radwege", zählt Schuppler auf. Und wenn 2022 der gemeindliche Haushalt dank der gesunden Finanzführung ausgeglichen ist, werden die dann mehr zur Verfügung stehenden Mittel nach Willen der Bürgermeisterin verstärkt für die Umsetzung genau dieser Konzepte eingesetzt.

Eine andere Möglichkeit, direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, hat Christa Schuppler bereits in ihrem ersten Amtsjahr eingeführt: die monatliche Bürgersprechstunde. "Sie wird mir als sehr wertvolle Ergänzung bestätigt, weil hier Probleme direkt angesprochen werden können – in einem vertraulichen Rahmen", berichtet Schuppler. Natürlich bekommt jeder auch außerhalb der Bürgersprechstunden einen Termin bei der Bürgermeisterin, "manchmal früher als er gedacht hätte", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Mit den in diesem Jahr begonnenen regelmäßigen Ortsteilforen haben Bürgermeisterin und Gemeinderat eine weitere Möglichkeit geschaffen, die Menschen eines Ortsteils in einem offenen Rahmen in Gespräche einzubinden. "Diese Veranstaltungen erlauben mir, neben den üblichen, rechtlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren – z.B. in baulichen Planungen – mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie über aktuelle Ereignisse und Prozesse zu informieren", sagt Schuppler.

Abseits dieser vereinbarten Termine nutzt die Bürgermeisterin gern ihre Ortsbesuche, um das Ohr auch wirklich nah am Bürger zu haben. "Man kennt mich und weiß, dass man mich gerne direkt ansprechen kann. Die Menschen begegnen mir offen und freundlich", freut sich Christa Schuppler über den angenehmen Kontakt.

Verwaltung modernisiert

In den vergangenen zehn Jahren hat Bürgermeisterin Christa Schuppler ein weiteres Anliegen umgesetzt, das ihr aus ihrer vorherigen Berufserfahrung heraus wichtig war: "Behutsam, aber doch bestimmt habe ich im Rathaus neue Strukturen geschaffen". Die Dezernate und Ämter wurden umgeformt, neu zugeschnitten, manche Stellen z.B. in Sachen Klimaschutz neu geschaffen oder wie im Fall der Wirtschaftsförderung mit einer besonderen Stellung im Verwaltungsgefüge ausgestattet. "Ich sah einige wichtige Themen nicht in der angemessenen Bedeutung in der Verwaltungsstruktur abgebildet", erklärt sie. Da Schuppler bereits lange Jahre Führungsverantwortung z.B. auch im Jobcenter hatte, wusste sie aber, wie wichtig die richtige Verwaltungsorganisation für das Umsetzen von Ideen ist. "Ich bin mir sicher, dass Verwaltung und Bürgerschaft von diesen Veränderungen sehr profitiert haben", sagt sie rückblickend.

Heimat in Wilnsdorf gefunden

Abschließend blickt Bürgermeisterin Christa Schuppler darauf, wie sich ihr Leben ganz persönlich in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Seit 28 Jahren arbeitet sie nun schon im Siegerland, seit 15 Jahren in Wilnsdorf. "Und vor 8 Jahren ist Wilnsdorf auch meine persönliche Heimat geworden", erinnert sich Schuppler an den Kauf ihres Hauses und seine energetische Sanierung. Natürlich legte die Bürgermeisterin bei letzterem selbst Hand an, planend und ausführend: "Wir haben vieles selbst gemacht, daher haben wir fast ein Jahr gebraucht, bis wir einziehen konnten". Für die Kinder bedeutete der Umzug auch den Schulwechsel, "sie haben selbstverständlich dann in Wilnsdorf die Schule besucht und beide ihr Abitur an unserem Gymnasium abgelegt", so die stolze Mutter.