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22.11.2024

Letzte Ruhestätte im Wald - In Wilnsdorf entsteht ein Bestattungswald

Die Bestattungskultur verändert sich mit der Zeit. Während die klassischen Einzel- und Doppelgräber auf den Friedhöfen immer mehr an Beliebtheit verlieren, gibt es einen neuen Trend zu beobachten: Bestattungswälder.

Auch in Wilnsdorf wurde der Wunsch nach einem naturnahen Ort der Ruhe und des Gedenkens geäußert, weiß Bürgermeister Hannes Gieseler zu berichten. „Mit dem Bestattungswald können wir diesen Wunsch nun umsetzen“. Am Höhwäldchen, auf einer Fläche von rund 6 Hektar, soll er entstehen. Angestoßen wurde die Idee von der Waldgenossenschaft Wilnsdorf, die zum Miteigentümer dieser Waldfläche gehört.

Anstatt Gräbern, geben dort Bestattungsbäume Hinweise auf Verstorbene. Die Beisetzung erfolgt durch eine biologisch abbaubare Urne, die unter dem Baum begraben wird. Anschließend werden Hinweistafeln auf den Bäumen Informationen über den Namen und das Geburts- und Todesdatum der Verstorbenen geben. Der Gemeinde Wilnsdorf ist es wichtig, möglichst wenig in die Natur des Waldes einzugreifen. Es soll den Angehörigen ermöglicht werden, in einer friedlichen und natürlichen Umgebung Abschied zu nehmen. „Es soll ein sehr naturnaher Ort werden, durch den die Leute auch außerhalb von Beerdigungen gerne durchgehen wollen“ erklärt Florian Schmiedl, Fachdienstleiter für Liegenschaften bei der Gemeinde Wilnsdorf. Ein kleiner Andachtsplatz soll dennoch entstehen, mit Altar und Sitzmöglichkeiten für Beisetzungen.

Bis die ersten Bestattungen stattfinden können, wird es jedoch noch eine Weile dauern. Aktuell wird das Stück Wald erstmals begutachtet. Es muss schließlich entschieden werden, welche Bäume als Bestattungsbaum in Frage kommen. Die müssen gesund sein um noch möglichst lange erhalten zu bleiben. Um das zu garantieren, ist auch eine Durchforstung nötig. Wenn alles nach Plan läuft, das Wetter mitspielt und alle nötigen Genehmigungen schnell erteilt werden, kann der Wald bereits Ende nächsten Jahres eröffnet werden.