Seiteninhalt

22.03.2020

Erste Coronainfizierte in Siegen-Wittgenstein genesen

Übers Wochenende sind im Kreisgesundheitsamt neun neue positive Testergebnisse eingegangen. Erfreulich ist, dass eine Seniorin aus Siegen als genesen aus der Überwachung durch das Kreisgesundheitsamt entlassen werden konnte. Bereits seit Mittwoch hat sie keinerlei Symptome mehr. Damit kann sie jetzt am Ende der 14-tägigen Quarantäne die häusliche Isolierung verlassen. Berücksichtigt man diese Genesung gibt es aktuell 47 Personen in Siegen-Wittgenstein, die bestätigt mit dem Coronavirus infiziert und erkrankt sind.

Infohotline

Die Corona-Infohotline des Kreises ist ab Montag wieder von 8:00 bis 20:00 Uhr unter 0271 333-1120 zu erreichen. Insgesamt scheinen sich die Menschen in Siegerland und Wittgenstein aktuell überwiegend gut informiert zu fühlen. Denn die Zahl der Anrufer an der Hotline ist im Laufe der Woche Tag für Tag zurückgegangen. Der vergangene Montag, 16. März, war mit 626 Telefonaten der bisher anruferstärkste Tag überhaupt. Am Samstag gingen dann noch 68 Anrufe bei der Hotline ein, am Sonntag 51.

Einige der Anrufer wollten sich nach dem Ergebnis ihres Coronatestes erkundigen. Hier bittet das Kreisgesundheitsamt um Geduld und verweist noch einmal darauf, dass die Zeiten, bis die Testergebnisse eingehen, immer länger werden. Sieben Tage sind inzwischen keine Seltenheit mehr.

Sinnvolles Verhalten auch ohne Test möglich

Deshalb ist der Wunsch von einigen Anrufern, unbedingt getestet werden zu wollen, für Dr. Christoph Grabe, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, zwar menschlich nachvollziehbar, aus medizinischer Sicht aber nicht sinnvoll: "Jeder, der das Gefühl hat, mit dem Coronavirus infiziert sein zu können, sollte für 14 Tage alle sozialen Kontakte meiden, Abstand von anderen Menschen halten und sich am besten zu Hause isolieren", so Dr. Grabe: "Nichts anderes ordnen wir für den Zeitraum an, in dem eine Person auf ihr Testergebnis wartet, und die gleiche Maßnahme gilt auch, wenn ein positives Testergebnis vorliegt." Sollten die Symptome einer Grippeerkrankung so schwer sein, dass ärztliche Behandlung erforderlich ist, dann muss natürlich ein Arzt kontaktiert werden, völlig egal ob ein Coronatest gemacht wurde oder nicht, betont Dr. Grabe.

Flächendeckende Tests von jedem, der das möchte, machen keinen Sinn und würden das Gesundheitssystem sprengen, erläutert der Leiter des Kreisgesundheitsamtes noch einmal: Deshalb hält sich das Kreisgesundheitsamt auch nach wie vor an die Empfehlungen des Robert Koch Instituts: Getestet werden ausschließlich Personen, die Symptome zeigen und Kontakt zu einem bestätigt Infizierten hatten oder aus einem Risikogebiet zurückgekommen sind.

"Wer verantwortungsbewusst handelt, zieht sich zuhause zurück, sobald er den Verdacht hat, mit dem Coronavirus infiziert sein zu können", unterstreicht deshalb auch noch einmal die Kreisverwaltung. Nichts anderes haben auch alle Maßnahmen zum Ziel, die in den vergangenen Tagen bereits angeordnet wurden und mit dem Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen jetzt noch einmal ausgeweitet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Kreises Siegen-Wittgenstein