Großes Interesse am Ortsteilforum in Obersdorf
Die Turnhalle in Obersdorf war am Dienstagabend mit rund 120 Bürgerinnen und Bürgern gut gefüllt. Sie waren der Einladung von Bürgermeister Hannes Gieseler und seinem Team gefolgt, um sich über vergangene, aktuelle und geplante Projekte in ihrem Ort zu informieren. Ein kurzer Überblick:
Dorftreff und Bolzplatz
Zum Einstieg warf Bürgermeister Gieseler einen Blick zurück, was seit dem letzten Ortsteilforum im November 2022 geschehen war. Allem voran: der neugestaltete Mehrgenerationentreffpunkt am Marienhain. Obersdorf ist damit der dritte Ortsteil, in dem die Gemeinde Wilnsdorf einen attraktiven Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen hat. Und gerade auf die generationenübergreifende Nutzung wurde hier besonders großen Wert gelegt: der Obersdorfer Dorftreff glänzt mit Spielplatz, Boulebahn, Schachfeld und vielen Sitzgelegenheiten, in direkter Nachbarschaft des Bolzplatzes. Rund 232.000 Euro flossen in die Gestaltung der Anlage, die Gemeinde Wilnsdorf konnte dafür 150.000 Euro Fördermittel nutzen.
Der Bolzplatz steht allerdings unter Druck. Ein Anwohner hat die Gemeinde Wilnsdorf verklagt, weil er sich durch das Spielgeschehen gestört fühlt. „Der Kläger hat das selbst öffentlich gemacht, daher gehen wir transparent mit dem Verfahren um und informieren die Dorfgemeinschaft“, erklärte der Bürgermeister. Gefordert wird die Schließung des Bolzplatzes. „Wir sind bereits große Kompromisse eingegangen, um Lärm zu reduzieren“, betonte Gieseler. Die Gemeinde hat die Nutzungszeiten eingeschränkt, Tore versetzt, einen höheren Ballfangzaun installiert und für bessere Geräuschdämmung gesorgt. Den Kindern die Spielmöglichkeit komplett zu nehmen, lehnt Gieseler jedoch ab.
Investitionen in Infrastruktur
Baudezernent Martin Klöckner berichtete über die wichtigsten Tiefbaumaßnahmen seit dem letzten Ortsteilforum. Die Gemeinde Wilnsdorf investierte fast 400.000 Euro in neue Wasserleitungen (B54/ Rödgener Straße) und Fahrbahndecken (Heidenbachswald sowie Wirtschaftsweg zwischen Obersdorf und Niederdielfen). Letzteres konnte durch einen hohen Fördermittelzuschuss realisiert werden.
Auch auf dem Friedhof war einiges geschehen: Die gepflasterten Wege wurden erneuert und verbreitert, die Friedhofshalle bekam einen neuen Anstrich. Ordnungsdezernent Johannes Schneider konnte ergänzen, dass die Aufstellfläche an der Bushaltestelle „Schule“ vergrößert und Stellplätze am Feuerwehrgerätehaus geschaffen wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Investitionen in die Sportgebäude, berichtete Kämmerer und Dezernent Daniel Denkert. Die Heizung des Sportheims am Kunstrasenplatz wurde ausgetauscht, das Dach saniert und eine PV-Anlage installiert. Auch die Turnhalle im Ort soll eine PV-Anlage bekommen, „zuvor muss aber das Dach saniert werden“, kündigte Denkert an. Zudem sollen Fenster ausgetauscht, die Fassade energetisch saniert und der Hallenboden erneuert werden. Die Vereine werden natürlich frühzeitig informiert, sobald ein verlässlicher Zeitplan für diese Maßnahmen feststeht.
Abfallentsorgung
Kritisch im Blick habe die Verwaltung die „rote“ Tonne am Backes, informierte Baudezernent Klöckner. Dort können Elektrokleingeräte eingeworfen werden, „ein freiwilliger Service der Verwaltung“, betonte Klöckner. Leider wird der Standort immer häufiger als wilde Mülldeponie missbraucht, regelmäßig müssen Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs ihre eigentlichen Aufgaben hintenanstellen, um dort für Ordnung zu sorgen. „Das kann so nicht weiter gehen“, stellt Klöckner klar. Wenn die Situation sich nicht bessere, muss der Standort aufgelöst werden. „Bitte sensibilisieren Sie Ihre Mitmenschen für diese Problematik“.
Geplante Mehrfamilienhäuser am Mathildenhof
Am Mathildenhof will ein privater Investor vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu sechs Wohneinheiten bauen. Deshalb hat die Gemeinde Wilnsdorf damit begonnen, einen Bebauungsplan aufzustellen, der die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen des Vorhabens festlegen soll. U.a. ist angedacht, die Straße zu verlängern und mit einer Wendeanlage auszustatten, um Müllabfuhr und Winterdienst den Zugang zu erleichtern. Gegenwärtig werden die Eingaben gesichtet, die Anlieger im Zuge der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung an die Gemeinde adressiert haben. „Alle Einwendungen werden von uns gründlich geprüft und bewertet“, kündigte Gieseler an, „über das Ergebnis wird der Gemeinderat entscheiden“.
Verkehrssicherheit
Die Bürgerinnen und Bürger hatten auch zahlreiche eigene Fragen mitgebracht. Ein Großteil drehte sich um überhöhte Geschwindigkeiten auf den Obersdorfer Straßen. Bürgermeister Gieseler kündigte an, eine der fünf gemeindlichen Geschwindigkeitsmesstafeln an besonders belasteten Stellen anbringen zu lassen. „Das wird auch schon etwas bewirken, das können wir aus den Erfahrungen an anderen Standorten ablesen“. Darüber hinaus ist die Gemeinde Wilnsdorf mit Nachbarkommunen im Gespräch, um künftig selbst Geschwindigkeitsverstöße ahnden zu können. Eine Gesetzesänderung mache diese neue interkommunale Zusammenarbeit möglich, „das wollen wir nutzen“, kündigte Gieseler an.