Junge Sieger beim Klimaschutzpreis 2024
In klirrender Herbstkälte verlieh die Gemeinde Wilnsdorf im November den Klimaschutzpreis 2024 auf dem Schulhof der Hauptschule Wilnsdorf. Dieses Jahr wurden Projekte ausgezeichnet, die besonders durch Kinder und Jugendliche getragen werden. „Wie wichtig Bildung in Punkto Umwelt- und Klimaschutz ist, zeigen eure Projekte.“, lobte Bürgermeister Hannes Gieseler die Preisträger. „In euren Projekten habt Ihr andere und vor allem Jüngere mitgenommen und bindet sie auch weiterhin in die Thematik ein. Das ist genau der richtige Weg!“
Naturschutz und Müllvermeidung werden vor allem von Jugendlichen vorangetrieben
Alljährlich lobt die Gemeinde Wilnsdorf in Kooperation mit der Westenergie einen Preis für Ideen und Projekte aus, die sich für mehr Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Umweltbewusstsein einsetzen. Im herbstlichen Schulgarten der Hauptschule Wilnsdorf waren alle beeindruckt von der hohen Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler selbst Hand anzulegen und mitzugestalten. Die jungen Preisträgerinnen und Preisträger waren sichtlich stolz. Und das zu Recht.
Der dritte Platz (200 Euro) ging an den VfB 1928 Wilden e.V., der mit seinem Sport- und Spielefest am 9. Mai 2024 sein nachhaltiges Konzept für öffentliche Veranstaltungen erprobt hat.
Ein besonderer Fokus lag auf der Müllvermeidung durch Mehrwegangebote, Spülen vor Ort und dem Weglassen von Unnötigem. So gab es die Wurst zum Beispiel direkt im Brötchen statt auf dem Pappteller. Einweggeschirr wurde gegen Mehrweggeschirr getauscht und vor Ort gespült. Der Verein hatte sich bewusst für personellen Mehraufwand entschieden und auch den benötigten Strom aus einer PV-Anlage bezogen. Durch das Mitarbeiten der Vereinsmitglieder wurde der Lerneffekt im Bereich Umwelt- und Klimaschutz noch einmal mehr vorangetrieben.
Mit dem zweiten Platz (300 Euro) wurde die Baumpflanzaktion der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wilnsdorf ausgezeichnet.
Angestoßen durch die europäischen Nachhaltigkeitstage zum Thema "Nachhaltig leben und wirtschaften", haben die Schülerinnen und Schüler im Unterricht verschiedene Projekte rund um die Agenda 2030 erarbeitet. Sie haben eigenständig 17 Klimaschutzziele definiert und sich unter anderem konkret um die Organisation, Finanzierung und Umsetzung einer Baumpflanzaktion gekümmert. Mit dem Erlös aus einem selbstorganisierten Kuchenverkauf wurde die Neupflanzung der Bäume finanziert. Auch in diesem Punkt erfolgte die Organisation, Recherche und Konzeption durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Ihr Ziel war es mit dieser Aktion nachhaltig Rückzugsort und Nahrungsquelle für Tiere zu schaffen.
Den ersten Platz des Wilnsdorfer Klimaschutzpreises 2024 errang der Wahlpflichtkurs „Schulgarten“ der Hauptschule Wilnsdorf. Mit einem Preisgeld von 500 € wurden das Anlegen und Pflegen von Kräuterspirale, Hochbeet, Nass- und Trockenbiotop, Wassergraben und wilder Blumenwiese gewürdigt.
Der Schulgarten versorgt die Schulküche fortan mit frischem Obst und Gemüse. Für die Schülerinnen und Schüler ist es selbstverständlich, dass der Schulgarten frei von Chemikalien bleibt und Wiesenflächen zeitversetzt und selten gemäht werden, sodass möglichst viel Lebensraum für Insekten und Eidechsen erhalten werden kann.
Als alle Anwesenden noch einmal im Detail durch den Schulgarten der Hauptschule geführt wurden, staunte Hannes Gieseler: „Wie toll, dass ihr einen Weg gefunden habt den Menschen wieder die Natur näher zu bringen. Hier kommen ja auch viele Spaziergänger und Radfahrer vorbei. Viele Menschen stehen in der heutigen Zeit trotz Handy und Internet auf einer wilden Wiese und wissen gar nicht, was sie da sehen; was essbar ist und was giftig. Aber ihr habt hier alle den totalen Durchblick, das ist wirklich wertvoll.“
Hauptschulleiterin Petra Hein fügte nach der Erzählung der Schülerinnen und Schüler und den Lehrerinnen des Fachs „Schulgarten“ noch einmal mit Nachdruck hinzu, dass „der Ausdruck ‚Herzensprojekt‘ es noch nicht mal im Ansatz trifft, was hier geleistet wurde. Die Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen machen hier in ihrer Freizeit, an Feiertagen und Wochenenden Gartenarbeit.“