Ortsteilforum Wilnsdorf informierte über Glasfaser, Radwege und mehr
Der Glasfaserausbau in Wilnsdorf startet endlich in Kürze, und auch für zwei Radwege in Richtung Rudersdorf und Wilgersdorf soll im Sommer der erste Spatenstich fallen, Fördermittel vorausgesetzt. Diese und andere gute Nachrichten hatte Bürgermeister Hannes Gieseler im Gepäck, als er in der vergangenen Woche die Besucherinnen und Besucher des Wilnsdorfer Ortsteilforums begrüßte. Über 60 Menschen aus dem Zentralort waren der Einladung gefolgt und ließen sich von der Verwaltung über geplante und vergangene Maßnahmen in ihrem Ortsteil informieren.
Glasfaserausbau
Die GlasfaserPlus GmbH konnte vor einigen Tagen endlich mit dem Ausbau des Glasfasernetzes loslegen, nachdem die Suche nach einem geeigneten Tiefbauunternehmen den Baustart mehrere Monate lang verzögert hatte. „In Anzhausen laufen die Arbeiten schon, in Kürze folgen Gernsdorf, Rudersdorf und Wilnsdorf“, kündigte Bürgermeister Hannes Gieseler an.
Die Gemeinde Wilnsdorf und die GlasfaserPlus GmbH hatten 2023 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen: Das Unternehmen sagte zu, das Glasfasernetz in den vier Ortsteilen eigenwirtschaftlich, also ohne Fördermittel auszubauen. Die Leitungen können anschließend von allen interessierten Telekommunikationsanbietern genutzt werden, tatsächlich angekündigt hat dies bis jetzt zunächst nur die Deutsche Telekom. Wer dort einen Glasfaser-Tarif abschließt, bekommt den Hausanschluss kostenlos verlegt.
Radwegebau
Das Radwegenetz der Gemeinde Wilnsdorf soll vor allem zwischen den elf Ortsteilen verbessert werden, so sieht es das kommunale Radverkehrskonzept vor. Dementsprechend hatte die Verwaltung Pläne erarbeitet, wie die Verbindung zwischen Wilnsdorf und Rudersdorf sowie Wilnsdorf und Wilgersdorf ausgebaut werden könnte. Die Details stellte Baudezernent Martin Klöckner im Ortsteilforum vor.
In Richtung Rudersdorf soll die Trasse der alten Landstraße östlich der L722 qualifiziert werden. Für eine bessere Verbindung nach Wilgersdorf ist die Nutzung des „Alten Siegener Weges“ vorgesehen, einem alten Wirtschaftsweg zwischen dem Gymnasium und dem Wilgersdorfer Schönebachsweg.
Beide Strecken waren nicht ganz unproblematisch in der Planung. Vor allem mit dem Naturschutz gab es großen Abstimmungsbedarf, denn die Gemeindeverwaltung will die Wege verbreitern und asphaltieren lassen. „Radwege müssen auch bei schlechtem Wetter gut nutzbar sein, sonst fährt dort niemand lang“, erklärte Klöckner. „Wir müssen die Wege auch mal säubern oder von Eis befreien können, das geht nur bei asphaltiertem Untergrund“.
Beide Baumaßnahmen sollen im Sommer 2025 beginnen, sobald die beantragten Fördermittel zugesichert sind. „So wichtig diese Infrastrukturmaßnahmen sind, wir können sie nur Mithilfe von Förderprogrammen stemmen“, wies Bürgermeister Hannes Gieseler auf das Defizit im gemeindlichen Haushalt hin.
Umgestaltung der alten Ortsmitte
Auf der Tagesordnung des Ortsteilforums standen natürlich auch die kürzlich vorgestellten Investorenpläne für die alte Wilnsdorfer Ortsmitte. „Ich freue mich, dass dieser zentrale Bereich attraktiver gestaltet werden soll“, begrüßte Gieseler das Vorhaben, „wir werden die Pläne konstruktiv begleiten“.
Die Gemeinde habe an dieser Stelle zwei Interessen: den Gehweg breiter und sicherer zu gestalten, und die angespannte Parkplatzsituation nicht noch schlimmer werden zu lassen. Auf diese Punkte werde die Verwaltung im weiteren Planungsverlauf besonders achten. „Die vorgestellten Skizzen gefallen mir aber gut“, lobte Gieseler insbesondere die Idee, im angedachten Gebäudekomplex ein Bürgercafé und soziale Dienstleistungen unterzubringen.
Bestattungswald
Gute Nachrichten gab es auch aus dem Höhwäldchen. Der Neubau der Grundschule liegt im Zeitplan, am vergangenen Freitag konnte Richtfest gefeiert werden, die Schlüsselübergabe ist für Sommer 2026 angepeilt. „Aktuell liegen wir sogar zwei Millionen Euro unter den Kostenschätzungen, keine Selbstverständlichkeit für ein öffentliches Bauvorhaben dieser Größe“, freute sich der Bürgermeister.
In direkter Nachbarschaft wird der neue Ruhewald Wilnsdorf langsam Realität. Das Areal wurde sorgsam durchforstet, in Kürze beginnen die Arbeiten an den Wegen, Parkflächen und einem kleinen Andachtsplatz. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir den ersten Abschnitt hoffentlich schon im Sommer eröffnen“, kündigte Gieseler an.
Kita Spatzennest
Der Bürgermeister äußerte sich auch zum Fortbestand der Kita Spatzennest. Deren Träger, der evangelische Kirchenkreis, hatte vor einigen Wochen überraschend angekündigt, die Kita nicht fortführen zu wollen. „Wir haben natürlich sofort Gespräche aufgenommen, um die Einrichtung und ihr Personal zu halten“, erklärte Gieseler, der in Personalunion auch Vorsitzender eines anderen Kita-Trägers ist. „Die Gespräche laufen gegenwärtig noch, unter der Federführung des zuständigen Kreisjugendamtes, und da will ich auch nicht vorgreifen“, betont Gieseler, „aber lassen Sie es mich so ausdrücken: ich bin optimistisch“, konnte er anwesende Eltern beruhigen.