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26.03.2019

Wilnsdorf will Teilhabechancen einräumen

Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integrieren, darauf zielt das neue Teilhabechancengesetz ab, das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Das Instrument soll nun auch in der Gemeindeverwaltung Wilnsdorf und ihren Außenstellen zum Einsatz kommen, um dort arbeitslosen Menschen eine neue Jobperspektive zu eröffnen.

Bürgermeisterin Christa Schuppler hat dafür zwei Punkte auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung gesetzt: einen informativen Bericht über das neue Gesetz und eine Abstimmung über den entsprechend ergänzten Stellenplan der Gemeinde Wilnsdorf.

Öffentlicher Dienst in besonderer Verantwortung

In der neuen Rechtsvorschrift sieht Schuppler eine reale Chance für langzeitarbeitslose Menschen, die wieder Fuß fassen wollen auf dem Arbeitsmarkt. Und die Bürgermeisterin weiß, wovon sie spricht: Vor ihrer Zeit im Wilnsdorfer Rathaus war sie viele Jahre im Bereich Arbeitsvermittlung und Soziales tätig. Noch heute ist sie Mitglied in der Trägerversammlung des Jobcenters Siegen-Wittgenstein und Vorsitzende des Jobcenterbeirates. „Der öffentliche Dienst ist meines Erachtens besonders gefragt, wenn es darum geht, Verantwortung als Arbeitgeber zu übernehmen und staatliche Fördermöglichkeiten auszuschöpfen“, erklärt Schuppler ihr Engagement.

Durch das Teilhabechancengesetz können Menschen gefördert werden, die mindestens sechs Jahre innerhalb der letzten sieben Jahre im Leistungsbezug des SGB II standen. Nehmen sie ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis auf, erhält ihr Arbeitgeber fünf Jahre lang einen hohen Lohnkostenzuschuss. „Für diese Zielgruppe wollen wir bis zu drei zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, sagt Schuppler und betont, „die Stellen sind tariflich bezahlt“. Das Programm wird von Seiten des Jobcenters ohne Druck, aber mit vielen Unterstützungsangeboten für die teilnehmenden Menschen begleitet, wie Beratungsgesprächen und Fortbildungen.

Bürgermeisterin hofft auf Zustimmung des Rates

Geeignete Personen gäbe es, berichtet Schuppler aus ersten Gesprächen zwischen Gemeinde und Jobcenter. Ob es zu konkreten Arbeitsverhältnissen kommen kann, wird sich in der Ratssitzung am 28. März entscheiden. „Nur wenn der Rat meinem Vorschlag zustimmt, bis zu drei zusätzliche Stellen im Stellenplan zu verankern, können wir konkrete Bewerbungsgespräche führen“, sagt Schuppler, „ich würde mich sehr freuen, wenn diese Chance zur Förderung von Langzeitarbeitslosen genutzt wird.“