Bundesweiter Warntag am 10. September - gut vorbereitet für den Notfall
Am bundesweiten Warntag am 10. September testen Bund, Länder und Kommunen ihre Warnsysteme. Sirenen heulen, Warn-Apps versenden Nachrichten und Handys schlagen über den Warnkanal „Cell Broadcast“ Alarm. Doch Warnung ist nur der erste Schritt – entscheidend ist, wie gut jede und jeder Einzelne im Ernstfall vorbereitet ist.
Ob Unwetter, Stromausfall oder Evakuierung: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dazu, frühzeitig eigene Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Das sind vier der wichtigsten Bausteine im Überblick:
1. Der Notfall-Rucksack
Muss ein Gebäude oder Wohngebiet schnell verlassen werden, etwa wegen eines Gaslecks, Brandes oder Hochwassers, bleibt keine Zeit zum Packen. Ein fertig gepackter Rucksack pro Familienmitglied sichert die ersten Tage:
- Wichtige Dokumente: Personalausweis, Geburts- und Heiratsurkunden, Zeugnisse, Impfpässe und Versicherungspolicen (im Original oder als beglaubigte Kopie/Scan auf einem USB-Stick) – unbedingt wasserdicht verpackt in einer Klarsichthülle.
- Gesundheit & Hygiene: Regelmäßig benötigte Medikamente für ein paar Tage, ein Erste-Hilfe-Set, Schmerzmittel, Desinfektion und Hygieneartikel.
- Kommunikation & Licht: Eine geladene Powerbank samt Ladekabel, eine Taschenlampe (mit Ersatzbatterien) sowie ein Kurbel- oder Batterieradio, um offizielle Durchsagen auch bei Stromausfall empfangen zu können.
- Kleidung & Verpflegung: Wetterfeste Kleidung, feste Schuhe, eine Notfalldecke, etwas Bargeld (Geldautomaten fallen bei Stromausfall aus), Trinkwasser und energiereiche Snacks für ein bis zwei Tage.
2. Vorrat an Essen & Trinken: 10 Tage autark
Bei schwerem Unwetter, Schneeverwehungen oder Infrastrukturausfällen kann der Gang zum Supermarkt unmöglich sein. Das BBK empfiehlt daher, zu Hause Lebensmittel und Getränke für mindestens 10 Tage vorzuhalten:
- Trinkwasser ist oberste Priorität: Pro Person und Tag sollten 2 Liter Flüssigkeit kalkuliert werden (zum Trinken und für eine einfache Zubereitung von Speisen). Für 10 Tage bedeutet das mindestens 20 Liter pro Kopf.
- Haltbare Lebensmittel: Konserven (Gemüse, Obst, Eintöpfe), Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis, Knäckebrot, Nüsse und Trockenfrüchte. Wichtig: Am besten nur Dinge lagern, die man ohnehin gern isst („lebender Vorrat“ durch regelmäßigen Verbrauch und Nachkauf).
- Zubereitung ohne Strom: Denken Sie an einen manuellen Dosenöffner und gegebenenfalls einen Campingkocher, falls Elektroherde und Mikrowellen ausfallen.
3. Sirenentöne: Welcher Ton bedeutet was?
Nicht jedes Sirenengeheul bedeutet Gefahr für die Bevölkerung. In Nordrhein-Westfalen und im Siegerland werden vor allem zwei Signale unterschieden:
- Warnung vor Gefahr (Auf- und abschwellender Heulton für 1 Minute):
- Bedeutung: Es besteht eine akute Gefahrenlage (z. B. Großbrand mit giftigem Rauch, Unwetter, Schadstoffaustritt).
- Verhalten: Sofort geschlossene Räume aufsuchen, Fenster und Türen schließen, Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten, Nachbarn informieren und das Lokalradio einschalten bzw. offizielle Warn-Apps (NINA) prüfen.
- Entwarnung (Gleichbleibender Dauerton für 1 Minute):
- Bedeutung: Die akute Gefahr ist vorüber.
- Gut zu wissen: Der einminütige Dauerton mit zwei kurzen Unterbrechungen dient häufig der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr.
4. Warum hat mein Handy nicht gewarnt?
Über das System „Cell Broadcast“ wird die Warnmeldung am Warntag automatisch wie eine Textnachricht an alle empfangsbereiten Smartphones in einer Funkzelle gesendet – ohne dass eine App installiert sein muss. Bleibt das Smartphone dennoch stumm, liegt das meist an einem der folgenden Faktoren:
- Gerät ist ausgeschaltet oder im Flugmodus: Das Telefon muss zwingend eingeschaltet und mit einem Mobilfunknetz verbunden sein.
- Testwarnungen nicht aktiviert: Viele Smartphones (Android und iOS) unterscheiden zwischen echten Alarmen und reinen Testwarnungen. In den Einstellungen unter „Mitteilungen“ bzw. „Sicherheit & Notfall“ > „Drahtlose Notfallwarnungen“ muss der Regler für Testwarnungen separat eingeschaltet werden.
- Veraltetes Betriebssystem: Ältere Betriebssysteme unterstützen „Cell Broadcast“ teilweise nicht. Regelmäßige Software-Updates stellen sicher, dass das Gerät warnfähig bleibt.
- Funkloch: Ohne Mobilfunkempfang kann keine Benachrichtigung zugestellt werden.
Viele weitere Informationen undChecklisten gibt’s auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter: www.bbk.bund.de