Vom Aktionstag in den Ratssaal: Jugendliche bringen ihre Ideen auf den Weg
Was im Juni beim Aktionstag „Icecream & Ideen“ mit einer Sammlung von Ideen begann, ist inzwischen im Gemeinderat angekommen: In seiner Sitzung am 24. September hat der Rat der Gemeinde Wilnsdorf die vier von Jugendlichen entwickelten Vorschläge einstimmig beschlossen.
Beim Aktionstag am 12. Juni kamen 28 Jugendliche aus Wilnsdorf zusammen, um ihre Wünsche und Ideen für die Gemeinde zu sammeln. Vier Themen wurden anschließend in Kleingruppen weiter ausgearbeitet: mehr Sicherheit, mehr Kulturangebote für Jugendliche, ein besserer Zugang zu bestehenden Sportangeboten sowie mehr Plätze zum Chillen.
„Für uns war wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur ihre Wünsche äußern, sondern ihre Ideen auch selbst weiterentwickeln und ausarbeiten konnten“, erklärt Sarah Denkert, Fachkraft für Jugendbeteiligung bei der Gemeinde Wilnsdorf. „Dass daraus nun konkrete Beschlüsse entstanden sind, macht sichtbar, was Jugendliche bewirken können, wenn man ihnen den Raum dafür gibt.“
Auch die Fachdienstleiterin Lisa Buchmann-Monno sieht in dem Prozess einen wichtigen Schritt: „Die Jugendlichen haben sich intensiv mit ihren Themen auseinandergesetzt und konkrete Vorschläge entwickelt. Jetzt geht es darum, gemeinsam zu schauen, wie diese Beschlüsse umgesetzt werden können und welche nächsten Schritte dafür notwendig sind.“
Vier Themen, vier Beschlüsse
Die Gruppe zum Thema Jugendkultur beschäftigte sich unter anderem mit zusätzlichen Workshops, Musik-, Tanz- und Theaterangeboten sowie modernen Veranstaltungsformaten. Auch ein Proberaum für Jugendliche und ein kleines Festival mit lokalen Nachwuchsbands wurden als mögliche Ideen genannt. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung damit, das Kulturangebot für Jugendliche weiter auszubauen.
Beim Thema Sicherheit ging es vor allem um das subjektive Sicherheitsempfinden junger Menschen im öffentlichen Raum. Geplant ist deshalb ein Beteiligungsformat, über das Jugendliche Orte benennen können, an denen sie sich unsicher fühlen. Ergänzend sind gemeinsame Ortsbegehungen mit Jugendlichen und Mitgliedern der Politik vorgesehen.
Die Gruppe Sport setzte sich dafür ein, bestehende Sportangebote auch außerhalb von Vereinsmitgliedschaften und festen Trainingszeiten zugänglich zu machen. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob in Zusammenarbeit mit interessierten Sportvereinen regelmäßige betreute Sportangebote für Jugendliche auf Vereinsanlagen ermöglicht werden können. Dabei sollen auch Fragen zu Personal, rechtlichen Vorgaben und Versicherung berücksichtigt werden.
Beim Thema Chillplätze ging es um attraktive Orte, an denen sich Jugendliche und andere Generationen treffen und aufhalten können. Gewünscht wurden unter anderem Sitzmöglichkeiten, kleinere Bereiche für Gruppen, Mülleimer und gegebenenfalls eine Überdachung. Die Verwaltung soll nun ein Beteiligungsformat entwickeln, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort geeignete Plätze in allen elf Ortsteilen zu identifizieren und weiterzuentwickeln.
„Ich finde es wichtig, dass Jugendliche erleben, dass ihre Stimme gehört wird und ihre Ideen etwas bewirken können. Genau das ist bei diesem Beteiligungsprozess gelungen.“, sagt Bürgermeister Hannes Gieseler.
Mit den Beschlüssen ist der Beteiligungsprozess nicht abgeschlossen. Die Verwaltung wird die weiteren Schritte zu den vier Themen begleiten und über die Entwicklung informieren.
„Die Beschlüsse sind für uns der nächste Schritt, nicht das Ende des Prozesses“, so Sarah Denkert. „Wir möchten die Jugendlichen auch weiterhin mitnehmen und sichtbar machen, was aus ihren Ideen entsteht.“