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25.02.2026

AWO möchte bald leerstehendes Wilnsdorfer Grundschulgebäude anmieten

Auch wenn die Wilnsdorfer Grundschüler in wenigen Monaten in ihr neues Domizil am Höhwäldchen umziehen: durch das alte Gebäude könnte weiter Kinderlachen wehen. Um der zunehmenden Überbelegung der Förderschulen im Kreis wirksam zu begegnen, haben die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Kreis Siegen-Wittgenstein sowie die Gemeinde Wilnsdorf nach intensiven Bemühungen seitens der AWO eine tragfähige Interimslösung in Aussicht gestellt. Die AWO beabsichtigt, als mietende Partei in die Wilnsdorfer Liegenschaft einzutreten.

Gute Lösung insbesondere für Kinder aus dem südlichen Siegerland

In Abstimmung mit dem Kreis sucht die AWO bereits seit rund zwei Jahren nach einem weiteren, perspektivisch nutzbaren Schulstandort. Im Zuge dieser laufenden Bemühungen wurde zu Jahresbeginn die Bitte an die Gemeinde Wilnsdorf herangetragen, das bald leerstehende Grundschulgebäude an die AWO zu vermieten.

Im Rathaus stieß die Anfrage auf offene Ohren. „In erster Linie war es für uns eine Selbstverständlichkeit, in diesem Fall helfen zu wollen, immerhin sprechen wir auch über Schülerinnen und Schüler aus unserer Gemeinde“, betont Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler.

Mehr Zeit für weitere Überlegungen

Darüber hinaus können Rat und Verwaltung der Gemeinde Wilnsdorf nun ganz in Ruhe verschiedene Nutzungsmöglichkeiten prüfen und abwägen, denn bisher war die vereinbarte Prämisse: über die Liegenschaft wird erst debattiert, wenn die Grundschülerinnen und –schüler erfolgreich umgezogen sind, in den Neubau am Höhwäldchen.

„Jetzt haben wir mindestens vier Jahre Zeit, um eine gute Entscheidung zu treffen“, sagt Gieseler und ergänzt: „Ehrlicherweise freuen wir uns auch über die Mieteinnahmen, angesichts des Minus in der Gemeindekasse“. Der Wilnsdorfer Gemeinderat segnete den Mietvertrag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig ab.

Interimslösung schafft dringend nötigen Raum

Laila Mahmood, stellvertretende Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes und Bereichsleitung Familien-, Kinder- und Jugendförderung, zeigt sich froh über diese positive Entscheidung. „Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit dem Kreis und der Gemeinde Wilnsdorf eine verlässliche Perspektive für die kommenden Jahre schaffen können. Diese Interimslösung ist ein wichtiger Schritt, um den Schülerinnen und Schülern ein förderliches Lernumfeld zu bieten."

Seit geraumer Zeit prüfe die AWO die Möglichkeit, an den bereits vorhandenen Standorten in Netphen-Deuz und am Rosterberg in Siegen zu erweitern. „Mit der Interimslösung wird nun kurzfristig dringend benötigter Raum geschaffen, um den steigenden Schülerzahlen – insbesondere im Bereich der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung – gerecht zu werden“, ergänzt Mahmood.

Deutlich kleinerer Schulbetrieb, weniger Verkehrsbelastung

Die Vereinbarung sieht vor, dass bis zu acht Klassen mit maximal 13 Schülerinnen und Schülern im Ganztagsmodus beschult werden. Die Hälfte der rund 100 Kinder komme aus den Gemeinden Wilnsdorf, Neunkirchen und Burbach. „Gerade vor dem Hintergrund dieses Einzugsgebiets freuen wir uns sehr, dass wir in Wilnsdorf einen geeigneten Standort finden konnten“, erklärt Laila Mahmood.

Wilnsdorfs Bürgermeister ergänzt, dass mit dem um zwei Drittel kleineren Schulbetrieb auch eine wesentlich geringere Verkehrsbelastung einhergeht. „Während jetzt noch große Busse und leider auch jede Menge Eltern-Taxis durchs Wohngebiet fahren, werden die Schülerinnen und Schüler der Förderschule ausschließlich in speziellen Kleinbussen zur Schule gebracht“, erklärt Gieseler.

Kreispolitik muss final entscheiden

Der Schulbetrieb soll Ende August 2026 starten, pünktlich zum Beginn des Schuljahres 2026/27. Thomas Wüst, Dezernent für Schule, Bildung, Soziales und Jugend des Kreises Siegen-Wittgenstein zeigt sich erleichtert: „Sowohl der Kreis als auch die AWO nehmen die seit längerem angespannte räumliche Situation an den Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung sehr ernst. Uns ist bewusst, welche Herausforderungen dies für Schülerinnen und Schüler, ihre Familien sowie für die Lehrkräfte mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln. Die Interimslösung in Wilnsdorf ist ein wichtiger Schritt, um kurzfristig Entlastung zu schaffen und den Schulbetrieb verlässlich zu sichern. Parallel arbeiten wir weiter mit Nachdruck an einer langfristigen Perspektive.“

Ob der aus dem angestrebten Mietverhältnis entstehende Zuschussbedarf der AWO über den Ersatzschulhaushalt des Landes finanziert werden kann, muss erst noch abschließend geprüft werden. Deshalb schlägt die Kreisverwaltung vor, die Mietkosten sowie die Kosten der AWO für Umbau und Ausstattung der Schule vorbehaltlich zu übernehmen. Die Kreispolitik wird sich am 10. März im Ausschuss für Schule, Weiterbildung und Sport mit dem Vorschlag befassen. Eine Entscheidung in der Sache muss der Kreistag in seiner Sitzung am 27. März treffen.