Der Weg ist frei für den neuen Schulhof an der Realschule Niederdielfen
Mit über einer halben Million Euro Fördermitteln von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen kann die klimaresiliente Umgestaltung des Schulhofs der Realschule Niederdielfen bereits diesen Herbst beginnen.
Dazu werden Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Fonds für den gerechten Übergang (Just Transition Fund/JTF) für Klimaschutz und Klimaanpassung verwendet. Die Gemeinde Wilnsdorf kann damit schon einen zweiten Schulhof gegen zunehmende Hitze wappnen.
„Die Sonne heizt den Schulhof extrem auf, das spürt man sogar schon im Frühjahr deutlich.“, sagt Schulleiter Uwe Rinsdorf besorgt zum aktuellen Schulhof der Realschule.
Das bestätigen auch Schülerinnen und Schüler: „Im Sommer wird es in der Pause ziemlich warm. Der Fachraumtrakt wird ebenfalls sehr heiß. Deshalb wünschen wir uns, dass die Asphalt- und Betonflächen aufgebrochen werden und in Zukunft mehr Bäume und Sträucher für Schatten und niedrigere Temperaturen sorgen.“
Nicht nur Schüler- und Lehrerschaft können aufatmen, auch die Gemeinde Wilnsdorf als Schulträger hatte den Bewilligungsbescheid sehnsüchtig erwartet.
„In Rudersdorf an der Hauptschule haben wir bereits ein sehr gelungenes Beispiel geschaffen, wie effektiv und schön so eine Umgestaltung des Schulhofs sein kann. Nun lassen wir Niederdielfen folgen“, berichtet Bürgermeister Hannes Gieseler, „weitere Anträge sind auch schon vorbereitet“
Keine Schönheitskorrektur, sondern echte Notwendigkeit
Mit Recht sagen Schülerinnen und Schüler: „Unser Schulhof sieht so noch ziemlich langweilig aus und bietet uns in der Pause wenig Abwechslung.“ Und auch da wird die Neugestaltung Abhilfe schaffen, denn geplant sind neben einem abwechslungsreichen Gelände mit Sitzhölzern und Klettermöglichkeiten auch grüne Klassenzimmer. Im Fokus steht aber vor allem die Klimaresilienz des Pausenhofs.
Im Bewilligungsbescheid für die Fördermittel heißt es, dass die Realschule Niederdielfen aktuell besonders bei den Themen Hitzeentwicklung und Starkregen ein kritischer Hotspot sei.
Um das zu ändern, soll die derzeitige Asphalt- und Betonwüste aufgelockert und entsiegelt werden. Es werden wasserdurchlässige, begrünte Freiflächen entstehen. Um gegen Starkregen besser gewappnet zu sein, werden Versickerungsmöglichkeiten und Retentionsmulden geschaffen, die Wasser zurückhalten und so die Kanalisation entlasten.
Klimarobuste, ausreichend große Bäume sollen den Schulhof ergänzen und den Schulhof mit Spielgeräten und das Schulgebäude beschatten. Die hierfür ausgewählten Bäume sind besonders hitze- und trockenheitsresistent.
Das bereits begrünte Dach der Turnhalle soll im Zuge der Umbaumaßnahmen auf dem überdachten Verbindungsweg zwischen Schulgebäude und Turnhalle erweitert werden. So kann die Hitzeentwicklung gehemmt und mehr Regenwasser zurückgehalten werden.
Schülerinnen und Schüler machen mit
Bei den Schülerinnen und Schülern der Realschule ist der Umbau zum klimaresilienten Schulhof schon lange Thema. Selbst den Förderantrag, den die Gemeinde Wilnsdorf für die Schule gestellt hat, haben die Realschüler mitgestaltet und um ein Video ergänzt. „Durch das Pflanzen von Bäumen und Pflanzen würde unser Schulhof wieder attraktiver aussehen und wir hätten viel mehr Spaß daran“, hieß es dort beispielsweise von einem Schüler . Der authentische Einblick in die Pausensituation und die Schülerstimmen haben den Fördermittelgeber offensichtlich überzeugt.
Im Unterricht und Projektgruppen wurden und werden Schülerinnen und Schüler sich mit dem klimaresilienten Umbau ihres Schulhofs beschäftigen. lm Zuge der Umgestaltung wird auch ein grünes Klassenzimmer entstehen. Angedacht ist, dass die Pflege der neuen Bäume und Pflanzen durch eine Schüler AG unterstützt wird.