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15.01.2026

Haushaltsentwurf 2026 veröffentlicht

Mit einem Minus von 5,3 Mio. Euro rechnet die Gemeinde Wilnsdorf im Haushaltsjahr 2026. Den Entwurf des Haushaltsplanes legten Bürgermeister Hannes Gieseler und Kämmerer Daniel Denkert jetzt vor. Trotz des Defizits sind gleichzeitig wichtige Investitionen in die kommunale Infrastruktur vorgesehen. 

Kreisumlagen bleiben mit Abstand größte Ausgabe, Bürgermeister sucht Gespräch mit Kreistag 

Erneut sind es die Kreisumlagen, die den gemeindlichen Haushalt weiter ins Minus bringen. 22,64 Mio. Euro soll Wilnsdorf ans Kreishaus überweisen, eine Steigerung um 2,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Um diesen Posten zu decken, reichen selbst sämtliche Erträge aus den Wilnsdorfer Grund- und Gewerbesteuerzahlungen nicht aus.  

„Auch der Kreis steht unter enormen finanziellen Druck“, zeigt Gieseler Verständnis, „und wir sehen auch schon erste Sparbemühungen. Aber die reichen nicht, uns Kommunen wird weiter die Luft abgeschnürt“. Als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz in Siegen-Wittgenstein hat Gieseler deshalb alle Kreistagsfraktionen zum Austausch eingeladen.  

„Wir müssen endlich in ein echtes Gespräch darüber kommen, wie der Kostenzuwachs im Kreishaus gestoppt oder wenigstens gebremst werden“, wünscht er sich. Und das soll im direkten Gespräch geschehen, „nicht wie früher über Positionspapiere und Stellungnahmen“. Der Beschluss des Kreishaushalts ist für den 30. März vorgesehen. 

Wilnsdorfer Finanzpolster schmilzt 

Deutlich früher, am 12. Februar, wird der Wilnsdorfer Rat über den gemeindlichen Haushalt entscheiden. Auch wenn das Defizit dank Rücklagen aus den vergangenen Jahren „fiktiv“ ausgeglichen werden kann, müssen sich die Ratsmitglieder Gedanken machen über die finanzielle Zukunft der Gemeinde Wilnsdorf. Denn das Finanzpolster ist begrenzt, spätestens 2028 ist die Ausgleichsrücklage aufgebraucht und die Allgemeine Rücklage muss angetastet werden. 

„Dass auf Bundesebene über Steuergeschenke spekuliert wird, die ein weiteres Minus für unseren Haushalt bedeuten würden, und wir hier gleichzeitig unsere Substanz aufbrauchen müssen, geht für mich einfach nicht zusammen“, ärgert sich Wilnsdorfs Bürgermeister. Die chronische Unterfinanzierung der Städte und Gemeinden sei das Hauptproblem für die kommunale Finanzmisere. „Nur vier von 396 Kommunen in NRW können einen Haushalt ohne Defizit vorweisen“, zeigt er auf, „wir bekommen einfach zu wenig Geld für die Leistungen, die wir erbringen“. Der Städte- und Gemeindebund gibt ihm Recht: die Kommunen erbringen 25% der staatlichen Leistungen, erhalten im Gegenzug aber nur 15% der Steuereinnahmen. “An dieser Ungerechtigkeit muss sich etwas ändern”, macht Gieseler klar.  

Investitionen in Infrastruktur 

Trotz der trüben Aussichten legt Wilnsdorf aber nicht die Hände in den Schoß. Rund 22,5 Mio. Euro sind geplant für Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Einige Auszüge: 

  • 8,4 Mio. € für den Bildungsbereich, u.a. für den Neubau der Grundschule Wilnsdorf, die die Sanierung und Ausstattung der bestehenden Schulen (Schulmöbel, digitale Lernmittel, Brandschutz, Sicherheit, Energieeffizienz) und die Umgestaltung des Schulhofs der Realschule
  • 4,2 Mio. € für die Verbesserung der Mobilität in der Gemeinde Wilnsdorf, z.B. zum Bau von Straßen, Rad- und Wirtschaftswegen, zur Verbesserung der Straßenbeleuchtung und dem barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen
  • 4,1 Mio. € für Freizeit- und Gemeinschaftseinrichtungen, u.a. zur Sanierung der Dreifachturnhalle in Wilnsdorf, dem Umbau des Bürgerhauses Rinsdorf und der Neugestaltung des Spielplatzes Augraben
  • 2,4 Mio. € für Wohnraum, z.B. für Grunderwerb und Erschließung des Neubaugebietes Hofacker II sowie für den Neubau und Erwerb von Wohngebäuden
  • 1,5 Mio. € für die Feuerwehr, u.a. für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses Wilgersdorf, für Ausrüstung und Löschwasserstellen 

Um die Investitionen zu stemmen, wirbt die Gemeinde Wilnsdorf hohe Fördermittel ein. Allein jetzt sind schon über 6 Mio. Euro bereitgestellt, und die Verwaltung hat weitere Fördertöpfe im Blick. “Unsere Leitlinie ist klar: aus eigenen Kräften können wir viele Projekte nicht stemmen, das geht nur mit Fördermitteln”, betont Gieseler. 

Auch personell will sich die Verwaltung sicher für die Zukunft aufstellen und setzt intensiv auf die Ausbildung von Nachwuchskräften. Um ihnen eine Perspektive auf Übernahme bieten zu können, soll der Stellenplan um zwei Stellen erweitert werden. Außerdem sind zwei zusätzliche Stellen im Bereich des Ordnungsamtes angedacht, um die Verkehrsüberwachung intensivieren zu können. “Der Gemeinderat hat den klaren Auftrag erteilt, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, und diesen Wunsch teile ich absolut”, so Gieseler. 

Den gesamten Entwurf des Haushaltsplanes finden Sie auf dieser Webseite im Infokasten "Dokumente".