Baustart für grünen Schulhof an der Realschule Niederdielfen
Aus einer Beton- und Asphaltwüste wird in den kommenden Monaten ein grüner Lern- und Aufenthaltsort: Mit dem symbolischen Spatenstich haben in der letzten Schulwoche die Bauarbeiten zur klimaresilienten Umgestaltung des Schulhofs der Realschule Niederdielfen begonnen. Damit reagiert die Gemeinde auf die zunehmenden Herausforderungen durch Hitze und Starkregen.
„Die Sonne heizt den Schulhof extrem auf – das spürt man nicht nur jetzt in den heißen Tagen, sondern sogar schon im Frühjahr deutlich. Darum freuen wir uns, dass es jetzt losgeht.“ fasst Schulleiter Uwe Rinsdorf die Situation zusammen.
Eine Klimawirkungsanalyse zeigt: Der Schulhof wurde sowohl bei Hitze als auch bei Starkregen als kritischer Hotspot eingestuft. Die Hitzeentwicklung auf dem Schulhof ist an heißen, sonnigen Tagen enorm. Auch Starkregen stellt aktuell noch ein Problem dar, besonders im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel. Mit den geplanten Maßnahmen werden diese Schwachstellen gezielt entschärft.
Grüne, wasserdurchlässige Flächen entstehen, wo die Beton- und Asphaltflächen aufgebrochen werden. Retentionsmulden und neue Versickerungsflächen sorgen künftig dafür, dass Regenwasser auf dem Gelände zurückgehalten wird und versickern kann. Zusätzlich werden zahlreiche klimaresiliente Bäume gepflanzt, die den Schulhof, Spielbereiche und das Schulgebäude beschatten. So wird auch im Hochsommer für spürbar angenehmere Temperaturen gesorgt.
Darüber hinaus entsteht im südlichen Bereich ein grünes Klassenzimmer als zusätzlicher Lernort im Freien. Der überdachte Verbindungsweg zwischen Schulgebäude und Turnhalle erhält eine extensive Dachbegrünung und schließt damit an das bereits begrünte Dach der Turnhalle an. Auch dies trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei und hilft dabei, Regenwasser zurückzuhalten.
Bereits seit Jahren wünschen sich die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium eine grundlegende Neugestaltung. Mit dem neuen, klimaresilienten Schulhof geht dieser Wunsch nun in Erfüllung: Die Aufenthaltsqualität steigt nicht nur in den Pausen, auch die Unterrichtsräume profitieren von der neuen Beschattung und heizen sich künftig weniger stark auf. So können alle in Zukunft auch an heißen Tagen einen kühlen Kopf bewahren.
„Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich bei diesem Projekt von Anfang an aktiv eingebracht. Schon beim Förderantrag haben sie in einem kurzen Video ihre Erfahrungen und Wünsche in Bezug auf den Schulhof dargestellt.“, sagt Uwe Rinsdorf. Über den Planungs- und Bauprozess werden Schülerinnen und Schüler immer wieder in Projektgruppen und AGs eingebunden und gestalten den neuen Schulhof mit. Auch nach Fertigstellung werden sie Verantwortung übernehmen: Die Pflege der neu gepflanzten Bäume und Grünflächen übernehmen sie künftig selbst.
Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Fonds für den gerechten Übergang (JTF). 80 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben von rund 700.000 Euro werden über diese Förderprogramme finanziert.
Mit der Realschule Niederdielfen setzt die Gemeinde Wilnsdorf bereits das zweite Projekt zur klimaresilienten Schulhofgestaltung um. Die positiven Erfahrungen an der Hauptschule Rudersdorf haben gezeigt, wie wirkungsvoll diese Veränderungen für den Schulalltag sind.
Voraussichtlich Ende 2027 erhält die Realschule Niederdielfen einen grünen, klimaresilienten Schulhof, der Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.